„Nein, er ist sicherlich nicht zurückgekehrt und wird vielleicht überhaupt nicht mehr zurückkehren,“ sagte sie und sah mich mit demselben scharfen und lauernden Blick an, ohne ihn von mir abzuwenden, ganz wie damals, als ich krank zu Bett lag, bei ihrem bereits geschilderten Besuch. Es reizte mich, daß dahinter wieder allerhand Geheimnisse und Dummheiten zu stecken schienen, und daß diese Leute offenbar ohne Verschwörungen und Winkelzüge gar nicht auskommen konnten.
„Weshalb sagen Sie: er wird sicherlich nicht zurückkehren? Was meinen Sie damit? Er wird einfach zu Mama gegangen sein – das ist das Ganze!“
„Ich ... weiß n–nicht.“
„Ja, wozu haben Sie sich denn hierherbemüht?“
Sie sagte mir schnell, daß sie soeben von Anna Andrejewna käme, die mich zu sich bitten lasse und mich erwarte: ich möchte unbedingt sofort kommen, „denn sonst könnte es zu spät werden“. Dieses neue rätselhafte Wörtchen „zu spät“ steigerte meine Gereiztheit ganz beträchtlich.
„Warum zu spät? Ich will aber nicht kommen und komme auch nicht! Ich erlaube es nicht, daß man so einfach über mich verfügt. Den Lambert soll sie zum Teufel jagen, sagen Sie ihr das. Und wenn sie ihn zu mir schickt, so fliegt er die Treppe hinunter – das sagen sie ihr gleichfalls, und zwar wörtlich!“
Darja Onissimowna erschrak nicht wenig.
„Ach, nein doch!“ bat sie und trat einen Schritt auf mich zu, die Handflächen flehend gegeneinander gelegt, „tun Sie das nicht so übereilt! Es handelt sich hier um eine so wichtige Angelegenheit, auch für Sie selbst ist sie außerordentlich wichtig und für Anna Andrejewna, und auch für Andrei Petrowitsch, wie für Ihre Mutter – für alle, alle ... Ach, bitte, gehen Sie doch gleich zu ihr, denn sie kann unmöglich länger warten ... ich schwöre es Ihnen bei meiner Ehre ... und dann entschließen Sie sich schon selbst ...“
Ich sah sie erstaunt und mit einem gewissen Unbehagen an.
„Unsinn, daraus wird nichts, ich komme nicht!“ rief ich eigensinnig und nicht ohne Schadenfreude. „Jetzt fängt eine neue Methode an! Aber wie sollten Sie das begreifen! Leben Sie wohl, Darja Onissimowna, ich werde absichtlich nicht hingehen, und ich frage Sie jetzt absichtlich nicht aus. Sie wollen mich nur verwirren und von meinem Wege abbringen. Ich aber habe gar keine Lust, mich mit Ihren Rätseln abzugeben. Behalten Sie Ihre Geheimnisse für sich!“