„Das ist doch alles Schwindel!“

„Nein, das ist kein Schwindel.“

„Sieh mal an!“ sagte sie mit gehässigem Lächeln vor sich hin und wurde nachdenklich. „‚Auferstehung!‘ Das sieht ihm ähnlich! Ist es wahr, daß er ihr Bild geküßt hat?“

„Es ist wahr, Tatjana Pawlowna.“

„Hat er es wirklich aufrichtig geküßt, hat er sich nicht bloß so angestellt?“

„Angestellt? Hat er denn das jemals getan? Schämen Sie sich, Tatjana Pawlowna! Wie roh Sie sind! – wie es nur ein Weib sein kann!“

Ich hatte mich hinreißen lassen, aber sie schien mich überhaupt nicht zu hören. Sie stand da und überlegte, ungeachtet der grimmigen Kälte im Treppenflur. Mich fror schon im Pelz, und sie war nur im Kleide.

„Ich würde dir einen Auftrag geben, schade nur, daß du zu dumm dazu bist,“ sagte sie ärgerlich und verächtlich zugleich. „Höre, geh mal zu Anna Andrejewna und sieh mal nach, was da bei ihr eigentlich gemacht wird ... Oder nein, geh nicht; ein Tölpel bleibt doch überall ein Tölpel! Marsch, was stehst du hier noch wie ein Holzklotz?“

„Nein, jetzt werde ich erst recht nicht zu Anna Andrejewna gehen! Anna Andrejewna hat auch schon selbst nach mir geschickt.“

„Selbst geschickt? Die Darja Onissimowna natürlich?“ wandte sie sich hastig wieder nach mir um; sie war schon im Begriff gewesen, fortzugehen und hatte die Tür bereits geöffnet, – jetzt schloß sie sie wieder.