Ich habe schon gesagt, daß ich nachgerade meine gesunde Vernunft zu verlieren glaubte! Und da treffe ich plötzlich in meinem Zimmer Alphonsina mit meinem Wirt. Sie verließen es in eben dem Augenblick – Pjotr Ippolitowitsch mit dem Licht in der Hand.
„Was bedeutet denn das!“ brüllte ich ganz sinnlos den Wirt an. „Wie dürfen Sie diese Gaunerin in mein Zimmer führen?“
„Tiens!“ rief Alphonsina – „et les amis?“[108]
„Hinaus!“ brüllte ich.
„Mais c’est un ours!“[109] rief sie und spielte die Erschrockene, entschlüpfte auf den Korridor und war bald im Zimmer der Wirtin verschwunden. Pjotr Ippolitowitsch, immer noch mit dem Licht in der Hand, trat mit strenger Miene auf mich zu:
„Erlauben Sie mir die Bemerkung, Arkadi Makarowitsch, daß Sie sich unnötigerweise so aufregen; wie sehr wir Sie auch hochschätzen ... so ist doch Mamsell Alphonsina keine Gaunerin, sondern das Gegenteil, sie ist hier zu Gast, und zwar nicht bei Ihnen, sondern bei meiner Frau, mit der sie schon seit einiger Zeit Freundschaft geschlossen hat.“
„Aber wie wagten Sie es denn, sie in mein Zimmer zu lassen?“ rief ich noch einmal und faßte mich an den Kopf, der plötzlich zu schmerzen anfing.
„Oh ganz zufällig. Ich ging hinein, um das Fenster zu schließen, das ich der frischen Luft wegen geöffnet hatte; und da ich gerade mit Alphonsina Karlowna in einem Gespräch begriffen war, so folgte sie mir und trat mitten im Gespräch mit mir zusammen ins Zimmer ein.“
„Das ist nicht wahr, Alphonsinka ist eine Spionin und Lambert ein Spion! Vielleicht sind Sie selbst – auch ein Spion! Alphonsinka hat bei mir etwas stehlen wollen.“
„Darüber mögen Sie denken, wie Sie wollen. Heute sagen Sie dies, morgen sagen Sie das. Meine Wohnung habe ich für eine Zeitlang vermietet und ziehe selbst mit meiner Frau für die Zeit in die Kammer, und so ist Alphonsina Karlowna hier ganz eben so eine Mieterin wie Sie auch.“