„Lassen Sie sich bitte nicht stören, trinken Sie nur Ihren Tee, und wenn ich auch eine Tasse bekommen könnte, so würde ich Ihnen Gesellschaft leisten.“
„Vorzüglich! ‚Lasset uns trinken und fröhlich sein ...‘ oder wie die Verse da heißen. Anna Andrejewna, geben Sie ihm auch welchen; il prend toujours par les sentiments[113] ... geben Sie uns beiden Tee, meine Liebe!“
Anna Andrejewna reichte uns den Tee, plötzlich aber wandte sie sich zu mir und begann mit außerordentlicher Feierlichkeit:
„Arkadi Makarowitsch, wir beide, ich und mein Wohltäter, Fürst Nikolai Iwanowitsch, haben unsere Zuflucht zu Ihnen genommen. Ich will damit nur gesagt haben, daß wir zu Ihnen gekommen sind, zu Ihnen allein, und daß wir beide Sie um Ihre Hilfe bitten. Vergessen Sie nicht, daß das Schicksal dieses heiligen, dieses edlen und von aller Welt verratenen Mannes in Ihren Händen liegt ... Von Ihrem ehrlichen Herzen erwarten wir die Entscheidung! ...“
Aber sie konnte nicht zu Ende sprechen; der Fürst erschrak dermaßen, daß er am ganzen Leibe zitterte:
„Après, après, n’est-ce pas? Chère amie!“[114] unterbrach er sie mit flehend erhobenen Händen.
Ich kann gar nicht sagen, wie unangenehm ihre Herausforderung auch auf mich wirkte. Ich antwortete ihr nichts darauf und begnügte mich mit einer kalten und gemessenen Verbeugung; ich setzte mich an den Tisch und begann sofort absichtlich von etwas anderem zu sprechen, von irgendwelchen Dummheiten; ich lachte und machte Witze ... Der Alte war mir augenscheinlich sehr dankbar dafür und geriet alsbald in eine gehobene Stimmung. Aber seine Heiterkeit schien doch, obgleich er sich ihr mit ganzem Herzen hingab, gewissermaßen unsicher zu sein, und es war zu befürchten, daß sie plötzlich einer vollkommenen Niedergeschlagenheit weichen werde; das sah man auf den ersten Blick.
„Cher enfant, ich habe gehört, du wärest krank gewesen ... Ach, pardon! Das war ja ein anderer. Aber von dir habe ich gehört, du beschäftigtest dich mit Spiritismus?“
„Nicht gedacht habe ich daran!“ lächelte ich.
„Nicht? Aber wer hat mir denn vom Spiritismus gesprochen?“