„Wegen jener Angelegenheit mit meinem Bruder Dmitrij Fedorowitsch,“ sagte Aljoscha ungeschickt.
„Welch eine Angelegenheit meinen Sie? Doch nicht wegen jener selben? Also wegen des Lindenbastwischs, des Badebastwischs?“ Er rückte plötzlich noch näher, so daß er diesmal Aljoscha tatsächlich mit den Knien berührte. Seine Lippen preßten sich ganz absonderlich zusammen; sie wurden so schmal wie ein Bindfaden.
„Was für ein Badebastwisch?“ stotterte Aljoscha.
„Nein, Papa, er ist gekommen, um sich über mich zu beklagen!“ rief plötzlich das Aljoscha schon bekannte Stimmchen seines kleinen Feindes aus der Ecke hinter dem Vorhange. „Ich habe ihn vorhin in den Finger gebissen.“
Der Vorhang wurde zur Seite gezogen, und Aljoscha erblickte seinen kleinen Feind aus der Michailoffstraße auf einem Bettchen, das man dort in der Ecke unter den Heiligenbildern auf der Truhe und dem Stuhl aufgeschlagen hatte. Der Knabe war mit seinem Mäntelchen und einem alten, wattierten Deckchen zugedeckt. Er schien nicht ganz wohl zu sein und, nach den brennenden Augen zu urteilen, Fieber zu haben. Doch jetzt blickte er furchtlos Aljoscha an. „Zu Hause kriegst du mich nicht!“ sagte sein Blick.
„Was hat er gebissen? Wie, einen Finger?“ fragte der Hauptmann erschrocken und wollte schon aufspringen. „Hat er Ihren Finger gebissen?“
„Ja, meinen. Vorhin bewarfen er und seine Mitschüler sich auf der Straße mit Steinen; er war allein, sie aber waren ganze sechs. Als ich darauf zu ihm trat, warf er einen Stein auf mich und dann noch einen. Ich fragte ihn, was ich ihm denn getan hätte; er aber stürzte sich auf mich und biß mich schmerzhaft in den Finger, warum, weiß ich nicht.“
„Werde ihn sofort durchhauen! Sofort, im Augenblick!“ Der Hauptmann sprang erregt von seinem Stuhl auf.
„Aber ich beklage mich doch nicht, ich erzählte es doch nur ... Ich will durchaus nicht, daß Sie ihn dafür durchhauen! Und er ist ja, glaube ich, krank ...“
„Und Sie dachten, daß ich ihn wirklich bestrafen werde? daß ich Iljuschetschka nehmen und ihn sofort vor Ihren Augen schlagen werde, zu Ihrer Genugtuung? sofort? hier auf der Stelle?“ Der Hauptmann wandte sich mit einer Gebärde zu Aljoscha, als wolle er sich auf ihn stürzen. „Es tut mir leid, mein Herr, um Ihren Finger; aber wollen Sie nicht, daß ich, eher als daß ich Iljuschetschka schlage, sofort alle meine vier Finger, hier auf der Stelle, vor Ihren Augen abhacke, sehen Sie, mit diesem Messer, um Ihnen Genugtuung zu gewähren? Vier Finger, denke ich, werden zur Stillung Ihres Rachedurstes genügen, oder wollen Sie auch noch den fünften dazu? ...“