„Ja, ich sagte es.“
„Aber ich ... ich glaube ja vielleicht gar nicht an Gott.“
„Sie – glauben nicht? – was ist mit Ihnen?“ fragte leise und vorsichtig Lise. Doch Aljoscha antwortete nicht auf ihre Frage. Es war hier in diesen so unerwartet hervorgestoßenen Worten etwas gar zu Geheimnisvolles und gar zu Persönliches, vielleicht sogar Aljoscha selbst Unklares, etwas, das ihn zweifellos quälte.
„Und jetzt, jetzt verläßt mich auch noch mein Freund, mein Staretz liegt im Sterben. Wenn Sie wüßten, wenn Sie wüßten, Lise, wie meine Seele mit diesem Menschen zusammenhängt! Und nun bleibe ich allein ... Ich werde zu Ihnen kommen, Lise ... Hinfort wollen wir zusammen ...“
„Ja, zusammen, zusammen! Von nun an sind wir fürs ganze Leben zusammen! ... Ljoscha, küssen Sie mich noch einmal, ich erlaube es ...“
Und Aljoscha beugte sich zu ihr nieder und küßte sie.
„... Jetzt gehen Sie, Christus ist mit Ihnen!“ Und Lise bekreuzte ihn. „Gehen Sie zu ihm, so lange er noch lebt. Ich habe Sie grausam lange aufgehalten. Ich werde heute für ihn und für Sie beten. Aljoscha, wir werden glücklich sein! Werden wir glücklich sein, werden wir?“
„Ich glaube, wir werden es sein, Lise.“
Als Aljoscha Lise verließ, wollte er, ohne sich von Frau Chochlakoff zu verabschieden, das Haus verlassen. Doch kaum war er ins Vorzimmer getreten, als vor ihm auch schon Frau Chochlakoff stand. Bereits nach dem ersten Wort erriet Aljoscha, daß sie ihn hier absichtlich erwartet hatte.
„Alexei Fedorowitsch, das ist doch entsetzlich!“ rief sie erregt. „Das sind kindische Dummheiten und nichts als Kapricen. Ich hoffe, daß Sie es nicht etwa ernst nehmen ... Dummheiten, nichts als Dummheiten!“