„Es scheint, ja.“
„Man muß sich erkundigen. An hysterischen Anfällen ist übrigens noch niemals jemand gestorben. Und mag sie sie doch haben, Gott hat dem Weibe liebend die Hysterie geschickt. Ich werde nie mehr hingehen. Wozu sich wieder aufdrängen!“
„Aber du sagtest ihr doch, daß sie dich nie geliebt hätte?“
„Das habe ich absichtlich gesagt. Aljoschka, weißt du, ich werde Champagner bestellen, trinken wir auf meine Freiheit. Nein, wenn du wüßtest, wie froh ich bin!“
„Nein, Iwan, trinken wir lieber nicht,“ sagte Aljoscha, „und zudem bin ich doch etwas traurig gestimmt.“
„Ja, du bist bereits seit langer Zeit traurig gestimmt, das sehe ich schon längst.“
„Und du wirst also bestimmt morgen früh fortfahren?“
„Morgen früh? Ich habe nicht gesagt, daß ich in der Früh fahren werde ... Doch übrigens, vielleicht auch in der Früh. – Wirst du’s mir glauben, daß ich nur deswegen hier gespeist habe, um nicht mit dem Alten zusammen zu speisen, dermaßen zuwider ist er mir geworden. Allein seinetwegen wäre ich schon längst fortgefahren. Warum beunruhigt es dich übrigens so, daß ich verreise? Wir haben jedenfalls bis zu meiner Abfahrt noch Gott weiß wieviel Zeit. Eine ganze Ewigkeit Zeit, die ganze Unsterblichkeit.“
„Aber, wenn du morgen fortfährst, wo ist dann die Ewigkeit?“
„Was geht das uns beide an!?“ fragte Iwan lachend. „Haben wir doch noch Zeit, auszusprechen, was wir uns zu sagen haben, und weswegen wir hier zusammengekommen sind! Warum siehst du mich so erstaunt an? Antworte mir: Zu welch einem Zweck sind wir hier zusammengekommen? Um von der Liebe zu Katerina Iwanowna zu sprechen, oder von dem Alten und Dmitrij? Oder vom Auslande? Von der verhängnisvollen Lage Rußlands? Vom Empereur Napoléon? Nun, deswegen etwa?“