Und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken sind, alsdann den schlechteren; du aber hast den guten Wein bis zuletzt behalten ...“ las Pater Paissij.

„Aber was ist das, was ist das? Warum erweitert sich das Zimmer? ... Ach, ja, es ist doch Hochzeit, Hochzeit ... ja ... Sieh, da sind die Gäste, dort sitzt ja das junge Paar und zu beiden Seiten die fröhlichen Gäste ... Wo ist der Speisemeister? Wer aber ist das? Wer? Wieder wird das Zimmer größer ... Wer erhebt sich dort am großen Tisch? Wie ... Auch er ist hier? Aber er ist doch im Sarge ... Aber er ist es, er ist hier, ... er steht auf, er hat mich gesehen, er kommt hierher ... Herrgott! ...“

Ja, zu ihm, zu ihm kam er, der hagere kleine Alte, mit den feinen Runzeln im Gesicht, freudig und verklärt lächelnd. Der Sarg ist nicht mehr da, und er ist im selben Gewande, in dem er noch gestern unter ihnen gesessen hatte, als die Gäste zu ihm gekommen waren. Das Antlitz ist freudig, die Augen glänzen.

„Wie ist denn das möglich? – er ist also auch auf dem Feste, ist auch zur Hochzeit zu Kana in Galiläa geladen? ...“

„Ja, mein lieber Sohn, auch ich bin eingeladen und berufen,“ ertönte hinter ihm eine leise Stimme. „Warum hast du dich hierher zurückgezogen, so daß man dich nicht sehen kann ... komme auch du zu uns.“

Das ist seine Stimme, die Stimme des Staretz Sossima ... Ja, und wie soll es sie denn nicht sein, da er es ist, der da ruft? Der Staretz reichte Aljoscha die Hand, und der erhob sich von den Knien.

„Freuen wir uns,“ fuhr der kleine hagere Greis fort, „trinken wir neuen Wein, den Wein neuer, großer Freude, siehst du, wieviel Gäste hier sind? Sieh, hier ist der Bräutigam und hier die Braut, und hier ist der hochweise Speisemeister, der den neuen Wein kostete. Warum wunderst du dich über mich? Ich habe ein Zwiebelchen gegeben und sieh, jetzt bin ich hier. Und viele hier haben nur ein Zwiebelchen gegeben, nur ein kleines, einziges ... Und wie steht es mit dir, du mein stiller, bescheidener Jüngling? Hast du heute verstanden, das Zwiebelchen einer armen Hungernden zu geben? Beginne, mein Lieber, beginne dein Werk, mein Bescheidener! ... Siehst du unsere Sonne, siehst du Ihn?“

„Ich fürchte mich ... ich wage nicht, hinzusehen ...“ flüsterte Aljoscha.

„Fürchte Ihn nicht. Schrecklich ist Er uns in Seiner Größe, furchtbar in Seiner Höhe, aber unendlich barmherzig ist Er zu uns in Seiner Liebe, und Er freut sich mit uns, Er hat Wasser in Wein verwandelt, damit die Freude der Gäste nicht aufhöre. Neue Gäste erwartet Er, und ununterbrochen ruft Er neue herbei, und so geht es bis in die Ewigkeit. Neuen Wein trägt man auch uns auf, siehst du, wie man die Gefäße trägt ...“

Es war Aljoscha, als brenne etwas in seinem Herzen und erfülle es mit unsäglichem Schmerz. Tränen der Begeisterung lösten sich aus seiner Seele ... Er breitete seine Arme aus, schrie auf und erwachte ...