„Ach ja, ich will vor allem Unordnung! Ich will immer unser Haus anzünden. Ich stelle mir alles ganz genau vor: wie ich so heranschleiche und heimlich anzünde, unbedingt heimlich, das ist sogar die Hauptsache. Und alle kommen und löschen, das Haus aber brennt. Und ich weiß es, doch ich schweige. Ach, Dummheiten! Und wie langweilig es ist!“
Sie machte eine Handbewegung, als wenn es sie anekelte.
„Sie leben im Überfluß,“ sagte Aljoscha leise.
„Ist denn in Armut zu leben, etwa besser?“
„Ja.“
„Das hat Ihnen Ihr verstorbener Staretz in den Kopf gesetzt. Es ist aber nicht wahr. Nun gut, dann bin ich reich, und alle anderen sind arm; ich werde Schokolade und Marzipan essen und Sahne trinken, den anderen aber nichts davon geben. Ach, sprechen Sie nicht, sagen Sie nichts“ (sie winkte ihm heftig mit der Hand ab, obgleich Aljoscha nicht einmal den Mund aufgetan hatte), „Sie haben mir das alles schon früher gesagt, ich kann es ja schon auswendig. Langweilig ist es. Wenn ich arm wäre, so würde ich jemanden totschlagen, – aber auch wenn ich reich bin, werde ich jemanden totschlagen – wozu so stillsitzen! Wissen Sie, ich will Korn schneiden, Roggen will ich schneiden. Ich werde Sie heiraten, und Sie werden Bauer werden, ein richtiger, echter Landbauer; dann kaufen wir uns ein kleines Pferdchen, wollen Sie? Kennen Sie Petruscha Kalganoff?“
„Ja.“
„Er geht die ganze Zeit umher und träumt. Er sagt, warum soll man in der Wirklichkeit leben, besser ist träumen. Vorträumen kann man sich das Schönste, leben aber ist langweilig. Er wird bald heiraten, er hat auch mir seine Liebe gestanden. Verstehen Sie, Kreisel zu treiben?“
„Ja, ich glaube.“
„Sehen Sie, er ist ganz wie ein Kreisel: man stellt ihn hin, wickelt das Peitschenende ums Füßchen, zieht dann die Geschichte los, und er dreht sich, dreht sich, und man peitscht, peitscht, peitscht, damit er sich immer weiter drehe. Ich werde ihn heiraten und ihn das ganze Leben lang so treiben wie Kinder ihren Kreisel. Geniert es Sie nicht, bei mir zu sitzen?“