„So. Das Bedürfnis etwas Gutes zu vernichten oder auch, wie Sie sagen, etwas anzuzünden. Das kommt gleichfalls vor.“
„Aber ich habe es doch nicht nur gesagt, ich werde es doch auch tun.“
„Das will ich glauben.“
„Ach, wie ich Sie dafür liebe, daß Sie gesagt haben: Das will ich glauben. Und Sie lügen ja dabei nicht einmal! Vielleicht aber glauben Sie, daß ich es Ihnen absichtlich nur so sage, um Sie zu necken?“
„Nein, das glaube ich nicht ... übrigens ist vielleicht auch dieses Bedürfnis mit im Spiel.“
„Ein wenig, ja. Ich werde Sie nie belügen,“ sagte sie plötzlich, und in ihren Augen begann ein arges, kleines Feuer zu glühen.
Was Aljoscha am meisten stutzig machte, das war ihr Ernst: nicht einmal ein Schatten von Spott oder Scherz war auf ihrem Gesicht zu sehen, was früher selbst in den „ernstesten“ Minuten nie der Fall gewesen war.
„Es gibt Augenblicke, in denen die Menschen das Verbrechen geradezu lieben,“ sagte Aljoscha, in Gedanken versunken.
„Ja, ja! Sie haben meinen Gedanken ausgedrückt, ich wollte das selbst sagen. Alle lieben es, und immer lieben sie es, immer, nicht nur in ‚Augenblicken‘. Wissen Sie, es ist, als ob sich alle einmal verabredet hätten, in diesen Dingen immer zu lügen, und seit der Zeit lügen sie auch wirklich alle. Alle sagen, sie haßten das Schlechte, im geheimen aber lieben sie es doch alle, alle!“
„Lesen Sie immer noch schlechte Bücher?“