Aljoscha blickte sie schweigend an. Ihr bleiches Gesicht verzerrte sich plötzlich, und ihre Augen erglühten.
„Wissen Sie, als ich das von jenem Juden gelesen hatte, habe ich die ganze Nacht geweint und gezittert. Ich stellte mir vor, wie der Knabe schreit und stöhnt – vierjährige Kinder begreifen doch schon – ich aber kann den Gedanken an das Kompott nicht loswerden. Am Morgen stand ich auf und schickte einem gewissen Menschen einen Brief mit der Bitte, unbedingt zu mir zu kommen. Er kam, und ich erzählte ihm plötzlich von diesem Knaben und dem Ananaskompott, erzählte ihm alles, alles, und ich sagte ihm auch, das es ‚schön‘ sei. Da lachte er und sagte, es sei tatsächlich schön. Darauf erhob er sich und ging fort. Er hatte hier im ganzen nur fünf Minuten gesessen. Verachtete er mich, ja? Sagen Sie, sagen Sie doch, Aljoscha, verachtete er mich, oder verachtete er mich nicht?“ Sie saß steif aufgerichtet in ihrem Lehnstuhl, und ihre Augen glühten.
„Sagen Sie mir,“ fragte Aljoscha erregt, „haben Sie ihn selbst gerufen, diesen Menschen?“
„Ja, ich selbst.“
„Sie haben ihm einen Brief geschrieben?“
„Ja, einen Brief.“
„Nur um ihn das zu fragen, das von dem Kinde?“
„Nein, durchaus nicht deshalb, durchaus nicht. Als er aber eintrat, fragte ich ihn sofort, wie er das fände. Er antwortete, lachte, verbeugte sich und ging.“
„Dieser Mensch hat sich ehrenhaft Ihnen gegenüber benommen,“ sagte Aljoscha halblaut.
„Aber er hat mich verachtet? Sich über mich lustig gemacht?“