„Nein, denn er glaubt vielleicht selbst an das Ananaskompott. Er ist jetzt gleichfalls sehr krank, Lise.“
„Ja, er glaubt daran!“ Lisas Augen blitzten auf.
„Er verachtet niemanden,“ fuhr Aljoscha fort. „Nur glaubt er auch niemandem. Wem er aber nicht glaubt, den, versteht sich, den verachtet er auch.“
„Dann also auch mich? auch mich?“
„Auch Sie.“
„Das ist gut,“ sagte Lisa gleichsam knirschend. „Als er lachte und hinausging, da empfand ich zum erstenmal, daß es schön ist, verachtet zu werden. Und auch der Knabe mit den abgeschnittenen Fingern ist schön, und auch verachtet zu sein, ist schön ...“
Sie blickte Aljoscha starr in die Augen und lachte, lachte boshaft – wie in auflodernder Bosheit.
„Wissen Sie, Aljoscha, wissen Sie, ich wünschte ... Aljoscha, retten Sie mich!“ Sie sprang plötzlich auf von ihrem Rollstuhl, stürzte zu ihm und umklammerte ihn krampfhaft. „Retten Sie mich!“ entrang es sich ihr flehend und fast wie ein Gestöhn. „Kann ich denn auch nur einem einzigen Menschen in der Welt alles so sagen, wie ich es Ihnen gesagt habe? Ich habe doch die Wahrheit, die ganze, ganze Wahrheit gesagt! Ich werde mir das Leben nehmen, mich widert alles an! Ich will nicht leben, es ist alles ekelhaft! Alles, alles ist mir ekelhaft! Aljoscha, warum lieben Sie mich denn gar nicht, warum, warum lieben Sie mich nicht!“ schloß sie ganz verzweifelt.
„Doch, ich liebe dich!“ verteidigte sich Aljoscha erregt, und in seinen Worten klang ein heißer Ton.
„Werden Sie aber auch über mich weinen, werden Sie?“