Und Iwan Fedorowitsch brauste auf: „Überlisten willst du mich, Teufel du!“ Er ärgerte sich maßlos.

„Und ich muß hinwiederum gestehen, ich dachte, daß Ihr alles erraten hättet,“ erwiderte Ssmerdjäkoff mit der offenherzigsten Miene.

„Wenn ich es erraten hätte, dann wäre ich doch hiergeblieben!“ rief Iwan Fedorowitsch wieder heftig auffahrend.

„Nun ja, ich aber dachte, daß Ihr, dieweil Ihr alles erraten hättet, so schnell als möglich von der Sünde fortreistet, einzig um alsomit nur irgendwohin von ihr wegzukommen und sich in der Angst zu retten.“

„Du glaubtest, daß alle so feige sind wie du?“

„Verzeiht, ich glaubte, daß auch Ihr so seid, wie auch ich bin.“

„Natürlich, ich hätte es erraten sollen,“ sagte Iwan erregt, „und ich erriet ja schließlich auch, daß von dir irgend etwas Verfluchtes zu erwarten war ... Nur lügst du, wieder lügst du!“ rief er aufgebracht – ihm war etwas eingefallen – „weißt du noch, wie du an den Wagen herantratst und sagtest: ‚Mit einem klugen Menschen ist auch das Reden ein Genuß.‘ Also freutest du dich darüber, daß ich fortfuhr, denn sonst hättest du doch nicht meinen Entschluß gelobt!“

Ssmerdjäkoff seufzte und seufzte dann noch einmal. In sein Gesicht schien plötzlich etwas Farbe gekommen zu sein.

„Wenn ich froh war,“ sagte er mit etwas knappem Atem, „so war ich selbiges nur deswegen, weil Ihr eingewilligt hattet, wenigstens nicht nach Moskau, sondern nur nach Tschermaschnjä zu fahren; das war aber doch immerhin näher. Nur habe ich Euch selbige Worte nicht wie ein Lob gesagt, sondern vorwürfig. Das habt Ihr nur, wie’s scheint, nicht begriffen.“

„Wieso ‚vorwürfig‘ – was willst du damit sagen?“