„Was drängt Ihr Euch mir auf? Was quält Ihr mich eigentlich?“ fragte Ssmerdjäkoff mit leidendem Ton in der Stimme.

„Ach, Teufel, was gehst du mich an! Beantworte meine Frage, und ich gehe sofort.“

„Ich hab Euch nichts zu antworten.“ Ssmerdjäkoff senkte den Blick zu Boden.

„Sei versichert, daß ich dich zwingen werde, zu antworten,“ sagte Iwan.

„Was kommt Ihr mir alleweil auf den Hals!?“ fragte Ssmerdjäkoff und blickte ihn wieder an, doch lag nicht nur Verachtung, sondern geradezu Ekel vor ihm in seinem Blick. „Wohl weil morgen die Gerichtssitzung ist? Aber man wird Euch doch wegen selbiges nichts tun, dessen könnt Ihr versichert sein! Geht nach Haus und legt Euch ruhig schlafen. Ihr braucht ja nichts zu fürchten.“

„Ich verstehe dich nicht ... warum sollte ich mich vor morgen fürchten?“ fragte Iwan verwundert, und plötzlich überkam ihm tatsächlich eine sonderbare Angst, die ihn wieder wie ein Kältegefühl erfaßte. Ssmerdjäkoff maß ihn mit dem Blick.

„Ihr ver – steht mich nicht?“ fragte er gedehnt und vorwurfsvoll. „Was doch ein kluger Mensch davon haben kann, so eine Komödie aus sich selber zu machen!“

Iwan blickte ihn stumm an. Schon allein dieser ganz unerwartet hochmütige Ton, den dieser, sein früherer Lakei, jetzt plötzlich ihm gegenüber anzuschlagen wagte! ... In solchem Tone hatte er selbst das vorige Mal noch nicht zu sprechen gewagt.

„Ich sage Euch doch, Ihr habt nichts zu fürchten. Ich werde nichts gegen Euch aussagen, und es liegt auch gar keine Verdächtigung vor ... Da sieh doch einer, wie seine Hände zittern. Von wegen was gehn Euch denn die Finger so? Geht nach Haus, nicht Ihr habt ihn erschlagen.“

Iwan fuhr zusammen, ihm fielen Aljoschas Worte ein.