„Nichts wird von alledem geschehen, und Ihr werdet auch nicht hingehen,“ sagte er schließlich in einer Weise, als ob sein Ausspruch jeden Einwand ausschließe.
„Du verstehst mich nicht recht!“ sagte Iwan Fedorowitsch vorwurfsvoll.
„Ihr werdet Euch gar zu sehr schämen, alles von Euch einzugestehn. Und noch mehr als Ihr Euch schämen werdet, wird es unnütz sein, dieweil doch ich sagen werde, daß ich Euch nichts von alledem oder auch nur etwas Derartiges gesagt hätte, und daß Ihr entweder irgendeine Krankheit hättet – wonach es ja auch ganz aussieht – oder aber daß Euch das Brüderchen so leid täte, daß Ihr Euch für dasselbe opfern wolltet und daher das alles gegen mich ausgedacht hättet, sintemal Ihr mich alleweil nur für so viel wie eine Mücke gehalten habt, und nicht für einen Menschen. Und wer wird Euch denn glauben, und habt Ihr denn auch nur einen einzigen Beweis?“
„Hör mal, dieses Geld hast du mir doch jetzt gezeigt, um mich zu überzeugen.“
Ssmerdjäkoff nahm das Buch der „Predigten unseres Issaak Ssirin“, das das Geld bedeckte, und schob es beiseite.
„Dieses Geld nehmt an Euch und bringt es fort,“ sagte Ssmerdjäkoff, tief Atem schöpfend.
„Selbstverständlich werde ich es fortbringen! Aber warum gibst du es denn jetzt mir, wenn du dieses Geldes wegen erschlagen hast?“ Iwan blickte ihn verwundert und fragend an.
„Jetzt brauch ich es überhaupt nicht mehr,“ sagte Ssmerdjäkoff mit unsicherer Stimme und winkte müde mit der Hand ab. „Ich hatte früher einmal so einen Gedanken ... daß ich mit selbiger Summe ein anderes Leben anfangen könnte, in Moskau, oder noch besser, im Auslande ... das war einmal so eine Idee. Hauptsächlich aber darum, weil doch ‚alles erlaubt ist‘. Das habt Ihr mich dazumal ganz richtig gelehrt, und gut habt Ihr es mir erklärt: denn wenn es keinen ewigen Gott gibt, so gibt es überhaupt keine Tugend, und dann braucht man sie ja auch gar nicht. Das habt Ihr vollkommen richtig bemerkt. Das habe auch ich eingesehen.“
„Mit eigenem Verstande?“ fragte Iwan mit verzogenem Lächeln.
„Dank Eurer Führung.“