„Und jetzt hast du also angefangen an Gott zu glauben, wenn du das Geld zurückgibst?“

„Nein, das habe ich nicht angefangen,“ murmelte Ssmerdjäkoff.

„So, – warum gibst du es dann zurück?“

„Ach was ... genug davon ... das hat nichts damit zu tun ...“ Ssmerdjäkoff winkte wieder mit der Hand ab. „Ihr sagtet doch dazumal selber alleweil, daß alles erlaubt sei, warum seid Ihr dann jetzig so aufgeregt, Ihr selber, meine ich? Ihr wollt ja sogar hingehen und gegen Euch selber aussagen ... Nur wird davon nichts geschehen! Ihr werdet nichts gegen Euch aussagen!“ wiederholte Ssmerdjäkoff überzeugt und mit fester Stimme.

„Du wirst es sehen!“ sagte Iwan.

„Das kann ja gar nicht geschehen. Klug seid Ihr sehr, Geld liebt Ihr auch, das weiß ich. Achtung und Ehre liebt Ihr gleichfalls, denn Ihr seid sehr stolz. Weiberschönheit liebt Ihr über alle Maßen, am meisten aber doch, reich zu leben und vor niemandem den Hut ziehen zu müssen – das liebt Ihr sogar am allermeisten. Ihr werdet doch nicht dumm sein und Euer Leben auf alle Zeiten verpfuschen – solche Schande vor Gericht auf Euch nehmen! Ihr seid am allermeisten wie Fedor Pawlowitsch, von allen seinen Kindern seid Ihr ihm am ähnlichsten, ganz seine Seele habt Ihr.“

„Du bist nicht dumm,“ sagte Iwan gewissermaßen verwundert; plötzlich schoß ihm das Blut glühend ins Gesicht. „Ich glaubte zuerst, du seiest dumm ... du hast doch jetzt im Ernst gesprochen?“ fragte er, mit einem ganz anderen Blick als bisher Ssmerdjäkoff betrachtend.

„Nur aus Eurem selbigen Stolz habt Ihr geglaubt, daß ich dumm sei. Nehmt das Geld.“

Iwan nahm die drei Geldpakete und schob sie in die Tasche, ohne sie in etwas einzuwickeln.

„Morgen werde ich es vorweisen, wenn wir vor Gericht sind.“