Das Geldpaket hatte sie nicht gesehen, sondern nur durch den „Mörder“ gehört, daß Fedor Pawlowitsch ein Paket mit dreitausend Rubeln bei sich liegen habe. „Aber das sind ja alles nur Dummheiten, ich habe darüber nur gelacht und wäre nie zu ihm gegangen.“
„Wen meinten Sie soeben mit dem ‚Mörder‘?“ erkundigte sich sofort der Staatsanwalt.
„Ich meinte den Diener, den Ssmerdjäkoff meinte ich, der seinen Herrn erschlagen und gestern sich selbst erhängt hat.“
Natürlich fragte man sie sofort, welche Gründe sie zu einer so entschiedenen Anschuldigung besitze, doch konnte auch sie keinen einzigen stichhaltigen Grund anführen.
„Das hat Dmitrij Fedorowitsch mir selbst gesagt, und ihm können Sie glauben. Seine Braut hat ihn zugrunde gerichtet, so ist es, an allem ist nur sie allein schuld,“ sagte Gruschenka zitternd vor Eifersucht und mit gereizter Stimme.
Man erkundigte sich sofort, auf wen sie denn jetzt wieder anspielte.
„Auf das Fräulein dort, auf diese Katerina Iwanowna, auf wen denn sonst! Sie hat mich damals zu sich eingeladen, hat mich mit Schokolade traktiert, um sich bei mir einzuschmeicheln. Kein Schamgefühl hat sie, das ist es ...“
Da aber wies sie der Vorsitzende streng zurück, mit der Bitte, sich in ihren Ausdrücken zu mäßigen. Ihr eifersüchtiges Herz brannte aber schon gar zu heiß, sie würde es selbst dann gesagt haben, wenn dieser Ausfall sie mit Tod und Verderben bedroht hätte.
„Bei der Verhaftung des Angeklagten in Mokroje,“ begann sofort der Staatsanwalt, „haben Sie, als Sie ins Zimmer stürzten, ausgerufen: ‚Ich bin an allem schuld, ich gehe mit ihm zusammen in den Tod!‘ Folglich waren Sie in diesem Augenblick überzeugt, daß er den Vater ermordet hatte?“
„Ich erinnere mich meiner Empfindungen, die ich damals hatte, nicht mehr genau,“ antwortete Gruschenka. „Alle schrien damals, er habe den Vater erschlagen, und ich begriff sofort, daß ich daran schuld war, daß er ihn nur meinetwegen erschlagen haben konnte. Als er mir aber darauf sagte, daß er unschuldig sei, da glaubte ich ihm sofort, glaube es auch jetzt noch und werde es immer glauben: dieser Mensch ist nicht fähig, zu lügen.“