Er nahm die Tischglocke und schellte. Niemand kam. Awinowitzkji packte die Glocke mit beiden Händen und läutete wie ein Unsinniger, dann warf er die Glocke auf den Boden, trampelte mit den Füßen und brüllte dazu mit wütender Stimme:

„Malanja, Malanja! Rindvieh! Teufel! Bestie!“

Man hörte jemand langsam herankommen; der Sohn Awinowitzkjis, ein Gymnasiast, trat ein. Es war ein kräftiger, schwarzhaariger Junge von etwa 13 Jahren. Sein Auftreten machte einen sichern und selbständigen Eindruck. Er verbeugte sich leicht vor Peredonoff, hob die Glocke auf, stellte sie auf den Tisch und erst dann sagte er ruhig:

„Malanja ist im Gemüsegarten.“

Awinowitzkji beruhigte sich sofort. Er blickte seinen Sohn zärtlich an, was eigentlich garnicht zu seinem bärtigen, bösen Gesicht passen wollte, und sagte:

„Sei so gut, liebes Kind, lauf zu ihr und bestell einen kleinen Imbiß.“

Der Knabe ging fort, ohne sich zu beeilen. Der Vater blickte ihm nach. Ein stolzes, freudiges Lächeln spielte um seine Lippen. Erst als der Junge über die Schwelle ging, verdüsterte sich Awinowitzkjis Gesicht wieder, und er brüllte mit fürchterlicher Stimme, so daß Peredonoff zusammenfuhr:

„Schneller!“

Der Junge begann zu laufen. Man hörte, wie er die Türen aufriß und hinter sich zuschlug. Der Vater horchte und lächelte freudig mit seinen dicken roten Lippen, dann begann er zu reden und seine Stimme klang hart und böse:

„Mein Erbprinz. Strammer Junge, was? Wie weit wird er’s bringen, he? Was meinen Sie? Ein Dummkopf kann er sein, aber niemals ein Feigling, ein Lappen, ein Schurke — niemals.“