„Ich habe Feinde,“ murmelte Peredonoff und betrachtete traurig sein Gläschen mit dem gelben Schnaps, statt es auszutrinken.

„Das Schwein hier hatte keine Feinde,“ antwortete Awinowitzkji, „doch ist es geschlachtet worden. Greifen Sie zu, es war ein vortreffliches Schwein.“

Peredonoff langte sich ein Stück Schinken und sagte:

„Ueber mich werden allerlei Gerüchte in Umlauf gesetzt.“

„Das kennen wir, was Klatschgeschichten anlangt, gibt es keine schlimmere Stadt!“ rief der Hausherr aufgebracht. „Eine nette Stadt das! Man kann ja tun was man will, gleich grunzen es alle Schweine.“

„Die Fürstin Woltschanskaja hat versprochen, mir eine Inspektorstelle zu verschaffen, und hier setzt der Klatsch ein. Das kann mir doch schaden. Und alles aus purem Neid. So auch der Direktor, er hält keine Disziplin im Gymnasium, — die Schüler von auswärts, welche in Pensionen leben, rauchen, trinken, laufen jeder Schürze nach, und die Kinder unserer Stadt sind um nichts besser. Er selbst ist schuld an dieser Zuchtlosigkeit, aber er macht mich verantwortlich dafür. Es ist möglich, daß man mich bei ihm angeschwärzt hat. Aber wenn diese Klatschgeschichten weitere Verbreitung finden, wenn sie der Fürstin zu Ohren kommen!“

Peredonoff teilte in langer, verworrener Rede seine Befürchtungen mit. Awinowitzkji hörte zu und rief manchmal wütend dazwischen:

„Halunken sind sie! — Schufte! Idioten!“

„Ich bin wirklich nicht Nihilist,“ sagte Peredonoff, „es wäre doch komisch. Ich habe eine Dienstmütze mit der Kokarde, nur pflege ich sie nicht immer zu tragen, — aber er trägt bisweilen auch einen Hut. Daß das Porträt Mizkewizschs bei mir hängt, ist begründet durch meine Vorliebe für seine Verse, nicht aber für seine revolutionäre Tätigkeit. Außerdem habe ich sein Journal, die Glocke, gar nicht gelesen.“

„Sie haben gründlich vorbeigehauen,“ sagte Awinowitzkji rücksichtslos, „Herzen war der Herausgeber der Glocke, nicht Mizkewizsch.“