„Sie waren also sehr liberal?“ fragte Weriga mit einem liebenswürdigen Lächeln, „nicht wahr, auch Sie wünschten eine Konstitution. Wir alle wollten, als wir jung waren, die Konstitution. Darf ich Ihnen anbieten?“
Weriga schob Peredonoff ein Zigarrenkästchen hin. Peredonoff war zu schüchtern, um „Ja“ zu sagen und dankte; Weriga steckte sich eine Zigarre an.
„Natürlich, Exzellenz,“ gestand Peredonoff, „hatte auch ich als Student meine Gedanken, aber schon damals war es mir um eine andere Konstitution als im üblichen Sinne des Wortes zu tun.“
„Nämlich?“ fragte Weriga mit einem Anflug von Unzufriedenheit im Tone.
„Es sollte eine Konstitution sein, aber ohne Parlament,“ erklärte Peredonoff, „im Parlament zanken sie sich doch nur.“
Werigas graue Augen leuchteten in stillem Entzücken.
„Eine Konstitution ohne Parlament!“ sagte er sinnend. „Wissen Sie, das ist praktisch!“
„Aber auch das ist lange her,“ sagte Peredonoff, „jetzt wünsche ich nichts Derartiges.“
Erwartungsvoll blickte er Weriga an. Weriga blies eine dünne Rauchwolke durch die Lippen, schwieg eine Zeitlang und sagte dann gemessen:
„Sie sind Pädagoge, nun habe ich in meiner Stellung auch mit den Schulen unseres Bezirkes zu tun. Welchen Schulen geben Sie von Ihrem Standpunkte aus den Vorzug: den Kirchenschulen oder den sogenannten Bezirksschulen?“