Ein Diener half Peredonoff in seinen Ueberzieher. In irgend einem Zimmer wurde Klavier gespielt. Peredonoff dachte bei sich, daß das Leben in diesem Hause vornehm sei: stolze Leute, die sich hoch einschätzten. „Er will es zum Gouverneur bringen,“ dachte Peredonoff mit ehrfürchtiger und neidischer Bewunderung.

Auf der Treppe traf er die von einem Spaziergang heimkehrenden zwei Söhnchen des Adelsmarschalls mit ihrem Hauslehrer. Peredonoff betrachtete sie mit stumpfer Neugierde.

Wie sauber sie sind, dachte er, sogar in den Ohren kein Schmutzfleckchen. Und munter sind sie, dabei gut geschult und wie auf Draht gezogen. Vielleicht, dachte er, werden sie niemals geprügelt.

Und Peredonoff sah ihnen böse nach, während sie geschwind die Treppe hinaufstiegen und fröhlich plauderten. Auch das verwunderte Peredonoff, daß der Hauslehrer sie wie seinesgleichen behandelte; er drohte nicht und schrie sie nicht an.

Als Peredonoff nach Hause kam, saß Warwara im Gastzimmer und las ein Buch. Das kam selten vor. Sie blätterte in einem Kochbuch, das einzige, was sie mitunter in die Hand nahm. Das Buch war alt, abgegriffen und hatte einen schwarzen Einband. Der schwarze Einband fiel Peredonoff in die Augen und verstimmte ihn.

„Was liest du da?“ fragte er böse.

„Was? Als ob du nicht weißt was, — das Kochbuch,“ antwortete Warwara. „Ich habe keine Zeit, mich mit Albernheiten abzugeben.“

„Warum liest du im Kochbuch?“ fragte Peredonoff entsetzt.

„Was heißt — warum? Ich will kochen, für dich natürlich, du mäkelst ja immer,“ sagte Warwara und lächelte stolz und selbstbewußt.

„Aus diesem schwarzen Buch will ich nichts essen!“ erklärte Peredonoff bestimmt, riß das Buch aus Warwaras Händen und trug es ins Schlafzimmer.