Mintschukoff dachte zuerst, Peredonoff wäre betrunken und schwatze einfach Unsinn. Nach einigem Anhören begriff er jedoch, daß Peredonoff irgend jemanden anklage, der ihn verleumdet hätte, und Gegenmaßregeln zu ergreifen bittet.
„Grünschnäbel sind sie,“ fuhr Peredonoff fort, dabei dachte er an Wolodin, „und halten große Stücke von sich. Andern stellen sie nach und haben die schmutzigsten Geschichten auf dem Gewissen. Man sagt wohl, Jugend kennt keine Tugend. Manche sind auch Angestellte der Polizei und tun doch genau dasselbe.“
Und er redete lange von den dummen, grünen Jungen, scheute sich aber, Wolodins Namen zu nennen. Die bei der Polizei Angestellten hatte er aber erwähnt, um Mintschukoff damit anzudeuten, daß er auch von ihnen Ungünstiges berichten könne. Mintschukoff verstand das so, als rede Peredonoff von zwei jungen Polizeibeamten, von denen er wußte, daß sie jungen Mädchen den Hof machten. Die Verlegenheit und die Angst Peredonoffs wirkten unwillkürlich ansteckend auf Mintschukoff.
„Ich will die Sache in die Hand nehmen,“ sagte er besorgt, dachte einen Augenblick nach und lächelte dann wieder süßlich. „Da hab ich zwei junge Beamte, sie sind noch ganz grün. Glauben Sie mir auf Ehre und Gewissen, den einen stellt seine Mama noch in den Winkel.“
Peredonoff lachte abgerissen.
Inzwischen war Warwara bei der Gruschina gewesen. Da erfuhr sie eine sensationelle Neuigkeit.
„Liebste Warwara Dmitriewna,“ begann die Gruschina eifrig, als Warwara kaum über die Schwelle ihres Hauses getreten war, „ich habe eine Neuigkeit für Sie, — Sie werden starr sein.“
„Was für eine Neuigkeit?“ fragte Warwara schmunzelnd.
„Nein, denken Sie nur, was für elende Geschöpfe auf der Welt herumlaufen! Was die sich für Sachen ausdenken, um ihr Ziel zu erreichen.“
„Ja, worum handelt es sich denn?“