„Klawdjuschka, Klawdjuschka!“ schrie Warwara, „der Herr sagt, daß er die Rosinen überhaupt nicht gesehen hat, — also hattest du sie schon früher irgendwohin versteckt.“

Klawdjas vom Weinen gerötetes Gesicht erschien in der Türspalte.

„Ich habe Ihre Rosinen nicht genommen,“ schrie sie weinend; „ich werde andere kaufen, aber genommen habe ich sie nicht.“

„Kauf nur, kauf nur!“ rief Warwara böse, „ich habe keine Lust, dich mit Rosinen zu füttern.“

Peredonoff fing an zu lachen und rief:

„Djuschka hat ein Pfund Rosinen geklommen.“

„Man tut mir unrecht!“ schrie Klawdja und schlug die Tür zu.

Beim Essen konnte Warwara nicht umhin, die Geschichte von Pjilnikoff zu erzählen. Sie überlegte garnicht, ob es ihr schaden oder nützen könnte, wie Peredonoff die Sache aufnehmen würde, sondern redete einfach aus Bosheit.

Peredonoff war bemüht, sich Pjilnikoffs Erscheinung zu vergegenwärtigen, konnte sich aber nicht recht an ihn erinnern. Er hatte bisher diesem neuen Schüler nur geringe Aufmerksamkeit zugewandt und verachtete ihn, weil er stets sauber gekleidet und in den Stunden aufmerksam war, auch lernte er gut und war dem Alter nach der jüngste in der fünften Klasse. Warwaras Erzählung rief in ihm eine häßliche Neugierde wach. Unkeusche Gedanken regten sich in seinem langsam arbeitenden Hirn ...

Ich werde zur Vesper in die Kirche gehen, dachte er, und mir dies verkleidete Mädchen ansehen.