„Und was hattest du in der Tasche zu suchen?“

„Die Düte ist von selber herausgefallen, ich habe nicht in den Taschen gesucht,“ rechtfertigte sich Klawdja.

„Du lügst, Djuschka,“ sagte Peredonoff.

„Ich heiße nicht Djuschka, was habt Ihr Euch über mich lustig zu machen!“ schrie Klawdja. „Der Teufel hol Euch! Ich werde die Rosinen kaufen, dann könnt Ihr daran ersticken! Selbst freßt Ihr sie auf, und ich muß sie ersetzen. Und ich werde sie ersetzen, — Ihr habt, scheint’s, kein Gewissen und keine Ehre im Leibe, und sowas nennt sich Herrschaft!“

Klawdja ging weinend und schimpfend in die Küche. Peredonoff lachte abgerissen und sagte:

„Die ist mal wütend.“

„Laß sie nur kaufen,“ sagte Warwara; „wenn man ihnen durch die Finger sieht, fressen einen diese verhungerten Bestien kapp und kahl.“

Und noch lange nachher wurde Klawdja damit geneckt, daß sie ein ganzes Pfund Rosinen aufgegessen hätte. Das Geld dafür wurde ihr vom Lohne abgezogen und allen Gästen die Geschichte als Kuriosum erzählt.

Der Kater, als hätte ihn das Geschrei angelockt, kam längs den Wänden aus der Küche herangeschlichen, setzte sich zu Peredonoffs Füßen und starrte ihn mit bösen, gierigen Augen an. Peredonoff bückte sich, um ihn zu fangen. Der Kater fauchte wütend, zerkratzte Peredonoffs Hand und verkroch sich unter den Schrank. Von dort schielte er hervor, und seine länglich-grünen Pupillen funkelten.

Wie ein Gespenst, dachte Peredonoff mit Grauen.