„Ich bin selbst schuld daran,“ sagte er, „ich habe mich verschwatzt, und er hält jetzt fest daran. Er ist so grob. Kein einziger Schüler liebt ihn.“

Am darauffolgenden Tage bezogen Peredonoff und Warwara endlich ihre neue Wohnung. Die Jerschowa stand an der Pforte und schimpfte nach Kräften auf Warwara, und diese suchte ihr in nichts nachzustehen. Peredonoff hielt sich hinter dem Möbelwagen versteckt.

In der neuen Wohnung mußte ein Priester gleich beim Einzug ein feierliches Gebet verrichten. Denn Peredonoff hielt es für unerläßlich, seinen strengen Glaubensstandpunkt auch nach außen hin zu zeigen. Während der feierlichen Handlung wurde mit Weihrauch geräuchert, und der schwere Geruch versetzte Peredonoff in eine bedrückte, fast feierliche Stimmung.

Etwas sehr Merkwürdiges beunruhigte ihn nicht wenig. Von irgendwoher kam plötzlich ein eigenartiges, ganz unbestimmbares graues Tierchen gelaufen, ein gespenstisches, flinkes Tierchen. Es schien zu grinsen, zitterte und drehte sich immerfort um Peredonoff herum. Wenn er die Hand danach ausstrecken wollte, glitt es geschwind hinter die Tür oder unter einen Schrank und dann war es gleich wieder da, dieses graue, wesenlose, gespenstische Geschöpf und zitterte und machte Männchen.

Als die feierliche Handlung ihrem Ende entgegenging, besann sich Peredonoff und flüsterte eifrig Beschwörungsformeln. Das unheimliche Tier aber zirpte ganz leise, leise, rollte sich zusammen und verschwand hinter der Tür. Peredonoff atmete erleichtert auf.

Wie gut, wenn es für immer verschwunden wäre. Aber vielleicht lebt es ganz in dieser Wohnung, irgendwo unter dem Fußboden und dann wird es wiederkommen und wird ihn quälen. Peredonoff schauerte.

Warum gibt es diese dämonischen Wesen? dachte er.

Als das Gebet zu Ende war, und als die Gäste sich schon verabschiedet hatten, mußte Peredonoff immer noch daran denken, wo das gespenstische Tier sich versteckt haben könnte. Warwara war zur Gruschina gegangen; da machte sich Peredonoff auf die Suche und durchwühlte alle ihre Sachen.

Vielleicht hat Warwara es in die Tasche gesteckt und mitgenommen? dachte er, viel Platz braucht es nicht. Es kriecht in die Tasche und wird dort warten, bis seine Zeit gekommen ist.

Besonders eins von Warwaras Kleidern erregte seine Aufmerksamkeit. Es war ganz mit Spitzen und Bändern benäht und förmlich dazu geschaffen, um etwas darin zu verbergen. Peredonoff betrachtete es lange und untersuchte es, dann schnitt und riß er mit Hilfe eines Messers die Tasche heraus und warf sie in den Ofen, und dann zerschnitt und zerfetzte er das Kleid in lauter kleine Stücke. Dumpfe, absonderliche Gedanken marterten ihn und eine hoffnungslose Verzweiflung zerriß sein Herz.