„Verzeihen Sie,“ sagte Martha, „wir haben gar nicht über Sie gelacht; das waren so unsere Geschichten.“

„Wohl ein Geheimnis?“ sagte Peredonoff aufgebracht. „In Gegenwart von Gästen ist es unhöflich, Geheimnisse zu besprechen.“

„Nicht gerade ein Geheimnis,“ sagte Martha, „wir lachten nur, weil Wladja barfuß ist, und nicht hereinkommen will; er geniert sich.“

Peredonoff beruhigte sich, scherzte mit Wladja und schenkte ihm ein Bonbon.

„Martha, bringen Sie mein schwarzes Tuch,“ sagte die Werschina, „und werfen Sie einen Blick in die Küche, wie es um die Pasteten steht.“

Gehorsam ging Martha hinaus. Sie begriff, daß die Werschina mit Peredonoff reden wollte und war froh, daß sie sich nicht zu beeilen brauchte. Sie war etwas träge.

„Und du gehst etwas weiter,“ sagte die Werschina zu Wladja, „was hast du dich hier herumzutreiben?“

Wladja lief fort, und man hörte, wie der Sand unter seinen Füßen knirschte. Die Werschina blickte vorsichtig und rasch auf Peredonoff. Er saß schweigend da, blickte trübe vor sich hin und kaute an einem Bonbon. Es war ihm angenehm, daß die beiden fortgegangen waren, — sonst hätten sie vielleicht wieder gelacht. Obgleich er bestimmt wußte, daß nicht über ihn gelacht worden war, empfand er doch ein stilles Unbehagen, so wie man noch lange nachher einen unangenehm stechenden Schmerz verspürt, wenn man sich an Nesseln verbrannt hat.

„Warum heiraten Sie nicht?“ fragte die Werschina plötzlich. „Worauf warten Sie noch, Ardalljon Borisowitsch? Verzeihen Sie, wenn ich’s grade heraussage, Warwara paßt nicht zu Ihnen.“

Peredonoff strich mit der Hand über sein etwas in Unordnung geratenes, braunes Haar und sagte unnahbar und selbstbewußt: