„Was nicht gar, sind Sie verlegen?“ Ludmilla lachte aus vollem Halse. Ihr Lachen klang stets wie süße, leidenschaftliche Freude. Wenn sie lachte, wurde sie immer rot, ihre Augen blickten schelmisch und fast schuldbewußt und vermieden es, irgend einen aus der Gesellschaft anzusehen. Sascha verlor ein wenig die Fassung, dann rechtfertigte er sich:

„Nein doch, ich wollte damit nur sagen, daß Sie so fröhlich sind und nicht bescheiden, ich meine nicht, daß Sie unbescheiden sind.“

Aber er fühlte, daß sich das in Worten nicht so leicht wie etwa in einem Brief ausdrücken ließ, und das verwirrte ihn. Er wurde rot.

„Was er mir für Ungezogenheiten sagt!“ rief Ludmilla — und lachte, und wurde rot, „das ist doch wirklich allerliebst!“

„Sie haben meinen Sascha ganz verlegen gemacht,“ sagte die Kokowkina und blickte sowohl Sascha als Ludmilla freundlich an.

Ludmilla machte eine katzenartig wiegende Bewegung und streichelte Saschas Haar. Er lachte trotzig und hell, stieß ihre Hand leicht zurück und lief in sein Zimmer.

„Liebste Freundin, wissen Sie nicht einen Mann für mich?“ sagte Ludmilla ohne jeden Uebergang.

„Ich bin doch keine Kupplerin!“ antwortete die Kokowkina; aber man konnte an ihrem Gesicht sehen, daß sie mit größtem Vergnügen eine Heirat vermittelt hätte.

„Ja, was tut denn das?“ entgegnete Ludmilla, „bin ich etwa keine schöne Braut? Sie brauchen sich garnicht zu schämen, mich zu verheiraten.“

Ludmilla stemmte die Hände in die Seiten und tanzte vergnügt vor der Hausfrau.