„Laß sie doch singen.“

„Meine wilden Leidenschaften

Finden nirgends ihre Ruh’ —“

sang Darja in den höchsten Lagen, wobei sie die Töne dehnte und hinauszog, wie etwa die gewöhnlichen Bänkelsänger es zu tun pflegen, um recht viel Rührung ins Lied zu legen. Es kam ungefähr so heraus:

Mei—ei—n—e—e wi——i—ild—e—en Lei—ei—ei—d—e—e—en—sch—a—a—ft—e—en.

Bei dieser Art zu singen wurden jene Silben ganz besonders betont, auf denen von Rechts wegen kein Ton lag. Die Wirkung war jedenfalls eine hervorragende: eine tödliche Schwermut hätte jeden uneingeweihten Zuhörer befallen.

O Schwermut, die du über Feld und Wald und über die gewaltige heimatliche Ebene einherziehst! O Schwermut, die du tausendfach im wilden Echo der Berge widerhallst, die du in matter, glühender Flamme das lebendige Lied in ein sinnbetörendes Seufzen wandelst! O tödliche Schwermut! O ihr geliebten, alten, russischen Gesänge! werdet auch ihr dahinsterben? ...

Plötzlich sprang Darja auf, stemmte die Hände in die Seiten und schmetterte ein fröhliches Tanzliedchen aus voller Kehle. Dazu tanzte sie und klatschte in die Hände:

„Geh, du Ritter, in den Wind, —

Ich bin eines Räubers Kind.