Bisweilen kam auch Nadeschda Wassiljewna in den Unterricht, um zu sehen ob Mischa fleißig war. Mischa bemerkte, daß Wolodin dann eher geneigt war, Gespräche zu führen, und zog daraus die entsprechenden Schlüsse. Wenn aber Nadeschda Wassiljewna bemerkte, daß Mischa nichts tat, sagte sie sofort:

„Mischa, sei nicht faul!“

Dann ging sie gleich und sagte im Vorübergehen zu Wolodin:

„Entschuldigen Sie, daß ich gestört habe. Er ist nicht abgeneigt, sich bisweilen gehen zu lassen, wenn man ihm nicht auf die Finger sieht.“

Dieses Benehmen von seiten Nadeschda Wassiljewnas berührte Wolodin zunächst peinlich. Dann aber tröstete er sich damit, daß es ihr unbequem sein mußte, ihn zum Kaffee aufzufordern, weil daraus Klatschgeschichten hätten entstehen können. Ferner, überlegte er, brauchte sie überhaupt nicht zum Unterricht zu kommen, weil sie aber kam, so war das ein Zeichen dafür, daß sie ihn nicht gerade ungern sah. Auch den Umstand erklärte Wolodin zu seinen Gunsten, daß Nadeschda Wassiljewna sofort damit einverstanden war, daß er ihrem Bruder Stunden geben sollte, und außerdem hatte sie sich mit seinen Gehaltsansprüchen gleich einverstanden erklärt. Peredonoff und Warwara ihrerseits unterstützten ihn in diesen Vermutungen.

„Es ist doch klar, daß sie in dich verliebt ist,“ sagte Peredonoff.

„Und wo könnte sie einen besseren Bräutigam finden,“ ergänzte Warwara.

Wolodin machte ein bescheidenes Gesicht und freute sich über seine Erfolge.

Eines schönen Tages meinte Peredonoff:

„Du gehst auf Freiersfüßen einher und hast eine schäbige Krawatte umgebunden.“