Warwara sagte kichernd:
„Zahl nur, Ardalljon Borisowitsch, was du verspielt hast, — ich erinnere mich genau, es waren rund zwei Rubel und vierzig Kopeken.“
Peredonoff dachte, daß Warwara jetzt für Wolodin eintrete, also — meinte er — steht sie schon auf seiner Seite. Er wurde verdrießlich, nahm aus seinem Geldbeutel das Geld und sagte:
„Ist schon recht, meinetwegen zwei vierzig, ich will nicht streiten. Du bist ein armer Teufel, Pawluschka, da — nimm!“
Wolodin nahm das Geld, zählte es nach, machte dann ein gekränktes Gesicht, beugte seinen runden Kopf, streckte die Unterlippe vor und sagte mit blökender, zitternder Stimme:
„Sie, Ardalljon Borisowitsch, waren mir etwas schuldig, also haben Sie auch zu zahlen; daß ich aber arm bin, gehört garnicht hierher. Ich habe bisher noch keinen um ein Stück Brot gebeten, und Sie wissen, daß nur der Teufel arm ist, denn er ißt kein Brot; weil ich aber Brot esse, sogar mit Butter darauf, so bin ich auch nicht arm.“
Dabei beruhigte er sich, wurde rot vor Vergnügen, daß er so gelungen geantwortet hatte, und lachte, die Lippen vorschiebend.
Endlich beschlossen Peredonoff und Wolodin, den Heiratsantrag zu stellen. Sie hatten sich so vornehm als möglich angezogen und sahen feierlicher und dümmer als gewöhnlich aus. Peredonoff trug eine weiße Halsbinde, Wolodin eine bunte, rot mit grünen Streifen. Peredonoff überlegte so:
„Ich halte für dich an, meine Stellung ist also die solidere, die Gelegenheit ist äußerst festlich, so muß ich denn eine weiße Binde tragen; du bist der Bräutigam, also mußt du flammende Gefühle zur Schau tragen.“
Gezwungen feierlich nahmen Peredonoff und Wolodin im Empfangszimmer von Fräulein Adamenko Platz. Peredonoff saß auf dem Sofa, Wolodin in einem Lehnstuhl. Nadeschda Wassiljewna betrachtete erstaunt ihre Gäste. Die Gäste aber plauderten über das Wetter, über die neuesten Neuigkeiten und machten dabei ein Gesicht wie etwa Leute, die in einer kitzlichen Angelegenheit gekommen sind und nicht recht wissen, wie anzufangen. Endlich räusperte sich Peredonoff, machte ein ernstes Gesicht und sagte: