„Also, das ist es,“ sagte Peredonoff, „er ist ein junger Mann und soll nicht als Hagestolz leben. Er soll heiraten. Der Verheiratete hat es immer besser.“
„Wenn man mit der Frau harmoniert, so gibt es nichts besseres,“ bestätigte Wolodin.
„Und auch Sie sind unverheiratet,“ fuhr Peredonoff fort. „Auch Sie müssen heiraten.“
Hinter der Tür hörte man ein leises Geräusch, kurze verhaltene Laute, — als seufze oder lache da jemand und als hielte er sich die Hand vor den Mund. Nadeschda Wassiljewna blickte streng auf die Tür und sagte kalt:
„Sie sind wirklich zu besorgt um mich,“ mit einer verletzenden Betonung des Wortes „zu“.
„Sie brauchen keinen reichen Mann,“ sagte Peredonoff, „Sie haben ja Geld genug. Sie brauchen einen, der Sie lieb hat und in allen Dingen Ihnen zu Gefallen ist. Außerdem kennen Sie ihn und müßten ihn verstehen. Sie sind ihm nicht gleichgültig, er Ihnen vielleicht auch nicht. So steht also die Sache: ich bringe Ihnen den Kaufmann, Sie haben die Ware, soll heißen: Sie selber sind die Ware.“
Nadeschda Wassiljewna wurde rot und biß sich auf die Lippen, um nicht laut auflachen zu müssen. Hinter der Tür hörte man wieder dieselben Töne. Wolodin hielt die Augen bescheiden gesenkt. Es schien ihm, daß alles nach Wunsch ginge.
„Was für eine Ware?“ fragte Nadeschda Wassiljewna vorsichtig, „verzeihen Sie, ich verstehe Sie nicht recht.“
„Wie, Sie verstehen nicht!“ sagte Peredonoff ungläubig. „Nun, ich will es geradeheraus sagen: Pawel Wassiljewitsch bittet Sie um Hand und Herz. Und auch ich bitte für ihn.“
Hinter der Tür fiel etwas zu Boden und kugelte sich prustend und stöhnend. Nadeschda Wassiljewna, ganz rot vor verhaltenem Lachen, blickte ihre Gäste an. Wolodins Antrag schien ihr komisch und frech zugleich.