II
Peredonoffs Konkubine, Warwara Dmitriewna Malochina, wartete auf ihn. Sie war unordentlich gekleidet, dafür sorgfältig geschminkt und gepudert.
Zum Frühstück wurde Peredonoffs Lieblingsgericht, kleine Pasteten mit Saft, gebacken. Auf hohen Absätzen lief Warwara schwerfällig und geschäftig in der Küche hin und her. Sie beeilte sich alles fertig zu haben noch bevor er kam. Warwara fürchtete die Langfingrigkeit ihres Dienstmädchens, einer pockennarbigen, dicken Person, Natalie mit Namen, — sie hätte z. B. einen Kuchen stehlen können, — vielleicht sogar einige. Darum getraute sie sich nicht die Küche zu verlassen und schalt auf die Magd; aber das tat sie gewöhnlich. Ihr faltiges Gesicht, das die Spuren vergangener „Hübschigkeit“ trug, hatte immer und unveränderlich einen mürrisch-habgierigen Zug.
Peredonoff war, wie gewöhnlich, wenn er nach Hause kam, gelangweilt und unzufrieden. Sehr laut trat er ins Speisezimmer, warf seinen Hut auf die Fensterbank, setzte sich an den Tisch und rief:
„Warja! bring das Essen!“
Warwara brachte das Essen aus der Küche; geschwind hinkte sie auf ihren zu engen Schuhen heran und bediente Peredonoff. Als sie den Kaffee gebracht hatte, beugte sich Peredonoff über das dampfende Glas und roch daran. Warwara wurde unruhig und fragte erschrocken:
„Was ist los, Ardalljon Borisowitsch? Riecht der Kaffee?“
Peredonoff blickte sie finster an und sagte böse:
„Ich rieche, ob vielleicht Gift dabei ist.“