„Hast du ganz vergessen, daß es verboten ist zu horchen?“
Sie hob die Hände, um die kleinen Finger aneinanderzulegen, dann lachte sie laut auf, und die Finger fuhren wieder auseinander. Mischa stürzte auf sie zu, sie umfaßten sich und lachten sehr lange.
„Aber doch,“ sagte sie, „fürs Horchen mußt du in den Winkel.“
„Ach nein,“ sagte Mischa, „du mußt mir noch danken, weil ich dich von diesem Bewerber befreit habe.“
„Und wer hat wen noch befreit? Hörtest du nicht, wie jemand sich vornahm, dich mit dem Stöckchen zu schlagen! Marsch in den Winkel!“
„Nein, dann will ich schon lieber hier stehen,“ sagte Mischa.
Er stellte sich vor der Schwester auf die Knie und legte seinen Kopf auf ihren Schoß. Sie streichelte ihn und kitzelte ihn ein wenig. Mischa lachte und rutschte auf den Knien hin und her. Plötzlich rückte die Schwester weit fort und setzte sich aufs Sofa. Mischa blieb allein. Einige Zeit blieb er ruhig auf den Knien stehen und sah seine Schwester fragend an. Sie machte es sich bequem, nahm vom Bücherbrett ein Buch, als wolle sie lesen, und schielte auf den Bruder.
„Ich bin schon müde,“ sagte er kläglich.
„O, ich halte dich nicht, du hast dich von selber hingestellt,“ antwortete die Schwester und lächelte ihn an über den Rand des Buches.
„Du hast mich doch bestraft, verzeih bitte,“ sagte Mischa.