Ludmilla blickte in den Salon und rief schelmisch:
„Gibt’s hier überhaupt eine lebendige Seele? He, Gymnasiast!“
Sascha kam aus seiner Stube und freute sich, als er Ludmilla sah; und Ludmillas fröhliche Augen machten ihn noch vergnügter.
„Wo ist denn Olga Wassiljewna?“ fragte sie.
„Sie ist nicht zu Hause,“ sagte er, „sie ist noch nicht heimgekommen. Wahrscheinlich ist sie nach der Kirche zu Besuch gegangen. Ich bin erst vor kurzem zurück, — aber sie ist noch nicht da.“
Ludmilla tat so, als wäre sie sehr erstaunt. Sie fuchtelte mit ihrem Sonnenschirm und sagte überrascht:
„Wie kommt denn das? Alle sind doch schon zurück aus der Kirche. Sonst sitzt sie immer zu Hause, und plötzlich ist sie nicht da. Wahrscheinlich machen Sie so viel Lärm, mein Jüngling, daß sie es zu Hause nicht mehr aushält.“
Sascha schwieg und lächelte. Er freute sich über Ludmillas Stimme und über ihr helles Lachen. Er überlegte, wie er es am geschicktesten anstellen sollte, um sie nach Hause zu begleiten, oder sie zu veranlassen, noch einige wenige Minuten zu bleiben.
Aber Ludmilla dachte nicht daran fortzugehen. Sie blickte Sascha schelmisch an und sagte:
„Warum fordern Sie mich nicht auf, Platz zu nehmen, Sie liebenswürdiger junger Mann Sie? Ich bin ganz müde geworden. Darf ich mich ein Augenblickchen erholen?“