So konnte er sich nicht entschließen, ihr nachzulaufen. Ihm war es traurig zumute. Auf seinen Lippen lag noch die zärtliche Berührung ihrer Hand und auf seiner Stirn brannte ihr Kuß.

Sie küßt so süß, kam es ihm in den Sinn, wie ein liebes Schwesterchen!

Seine Wangen brannten. Er schämte sich und doch war ihm so leicht. Unklare Gedanken und Bilder gingen ihm durch den Kopf.

Wäre sie doch meine Schwester, träumte er, könnte ich zu ihr hin, sie umarmen, ihr ein liebes Wort sagen, sie rufen: Millachen, liebste! oder sie sonst mit einem besonderen Namen rufen, — z. B. Buba oder Heuschrecke. Und sie würde darauf antworten. O — wäre das schön!

Aber sie ist mir nur eine Fremde, dachte er traurig, sie ist sehr lieb, aber doch fremd. Sie kam und ging, und denkt gewiß nicht mehr an mich. Nur ein süßer Duft von Flieder und Rosen erinnert an sie und die Berührung der Lippen von zwei zärtlichen Küssen; — das Herz zittert, wenn ich daran denke, und schenkt mir einen schönen Traum, schön wie Aphrodite den Wellen entstieg.

Bald darauf kam die Kokowkina heim.

„Wonach riecht es so stark?“ sagte sie.

Sascha wurde rot.

„Millachen war hier,“ sagte er. „Sie waren aber nicht zu Hause; da blieb sie ein wenig, parfumierte mich und ging wieder fort.“

„Was für Zärtlichkeiten!“ sagte die Alte verwundert, „‚Millachen‘ zu sagen!“