Ludmillas Zimmer war geräumig, hell und freundlich. Vor den zwei großen Fenstern, die auf den Garten hinausgingen, waren nur leichte, gelbe Tüllvorhänge. Im Zimmer duftete es süß. Alle Gegenstände waren elegant und hell. Die Stühle und Sessel waren von einem goldgelben, von einem weißen Muster kaum sichtbar durchwirkten Stoffe bezogen. Ueberall standen Flakons mit Odeur oder wohlriechendem Wasser, kleine Kristallschälchen und Körbchen, Fächer und einige russische und französische Bücher.
„Heute Nacht habe ich von dir geträumt,“ erzählte Ludmilla lachend, „ich sah dich im Fluß bei der Stadtbrücke schwimmen; ich selber saß auf der Brücke und angelte dich.“
„Und sperrten mich dann in ein Glas?“ neckte Sascha.
„Warum in ein Glas?“
„Wohin denn sonst?“
„Wohin? Ich zauste dich gründlich an den Ohren und warf dich wieder zurück in den Fluß.“
Und Ludmilla lachte hell auf.
„So sind Sie also!“ sagte Sascha. „Und was wollten Sie mir heute erzählen?“
Ludmilla lachte nur und sagte nichts.
„Sie haben mich also betrogen,“ erriet er, „und außerdem versprachen Sie, mir etwas zu zeigen,“ sagte er vorwurfsvoll.