„Du hast sehr schöne Arme,“ sagte sie laut und fröhlich und küßte den Arm.
Sascha wurde ganz rot. Er wollte den Arm fortreißen, aber Ludmilla hielt ihn sehr fest und küßte ihn noch einigemale. Sascha wurde ganz still, und ein merkwürdiger Ausdruck legte sich um seine halblächelnden, purpurnen Lippen, — und eine Blässe flog über seine von dichten Wimpern beschatteten, glühenden Wangen.
Sie verabschiedete sich. Sascha hatte Ludmilla bis zum Gartenpförtchen begleitet. Er wäre auch weiter gegangen, aber sie erlaubte es nicht. Er blieb am Pförtchen stehen und sagte:
„Liebste, komm öfter zu mir, und bring mir was recht Schönes, Süßes mit.“
Dieses erste „Du“ aus seinem Munde klang Ludmilla wie ein zartes Liebesgeständnis. Sie umarmte ihn stürmisch, sie küßte ihn und lief davon. Sascha blieb wie betäubt stehen.
Sascha hatte versprochen zu kommen. Die verabredete Stunde war schon längst vorüber, — er kam nicht. Ludmilla wartete ungeduldig, sehnsüchtig — bange. Immer wieder lief sie ans Fenster, wenn sie draußen Schritte hörte. Die Schwestern lachten sie aus. Sie antwortete gereizt und erregt:
„Laßt mich in Frieden!“
Und dann machte sie ihnen die heftigsten Vorwürfe, weil sie lachten. Jetzt war es klar, — Sascha würde nicht kommen. Sie weinte vor Kummer und Enttäuschung.
„O weh, o weh, o der Kummer!“ neckte sie Darja.
Ludmilla flüsterte schluchzend, — und vergaß vor lauter Gram sich darüber zu ärgern, daß man sie neckte: