Peredonoff trat ein wenig vor und versuchte von unten durch den schmalen Türspalt zu blicken. Alles war dunkel und still. Dann fragte er ebenso flüsternd, — und seine Stimme zitterte:

„Ist Nikolaij Michailowitsch fort?“

„Er ist fort, er ist fort!“ flüsterte Julia Petrowna und nickte mit dem Kopf.

Peredonoff blickte sich ängstlich um und folgte ihr ins dunkle Vorhaus.

„Verzeihen Sie,“ flüsterte Julia Petrowna, „ich nahm kein Licht mit. Man hätte uns sehen können. Gerüchte verbreiten sich schnell.“

Sie ging voran und Peredonoff folgte ihr über einige Stufen in den Gang. Dort brannte ein kleines Lämpchen und beleuchtete matt die obersten Stufen. Julia Petrowna kicherte froh und leise, und ihre Bänder zitterten und raschelten von diesem Lachen.

„Er ist fort,“ flüsterte sie freudig, sah sich um und warf Peredonoff einen heißen, lüsternen Blick zu. „Ich fürchtete schon, er würde zu Hause bleiben, aus lauter Wut. Dann hielt er es nicht aus ohne sein Whistspiel. Auch das Dienstmädchen habe ich fortgeschickt, — nur Lieschens Kindermädchen ist geblieben, — sonst stört uns noch jemand! Die Menschen von heute sind ja so! ...“

Von Julia Petrowna wehte es heiß, und sie selber war heiß und dürr, wie ein glimmender Span. Sie faßte Peredonoff einigemal am Arm, und von dieser raschen, flackernden Bewegung schienen flinke, flackernde Flämmchen über seinen Körper zu gleiten.

Ganz leise, auf Zehenspitzen, schlichen sie durch den Gang vorbei, an einigen geschlossenen Türen und vor der letzten blieben sie stehen ...

Um Mitternacht ging Peredonoff heim. Jeden Augenblick konnte ihr Mann zurückkommen. Verdrießlich und traurig ging er durch die dunklen Straßen. Es schien ihm als hätte die ganze Zeit über jemand vor dem Hause gestanden, der ihm jetzt folgte. Er murmelte: