„Nun, was ist denn dabei,“ sagte Peredonoff böse, „er geht mit den Fäusten drauf los; ist das etwa schicklich? Er hatte nicht das geringste Recht dazu, mir in die Fratze zu fahren. Er geht nie in die Kirche, glaubt an einen Affen und will den Sohn zur selben Sekte bekehren. Man muß ihn denunzieren, — er ist Sozialist.“
Chripatsch blickte aufmerksam auf Peredonoff und sagte eindringlich:
„Das geht uns absolut nichts an; auch verstehe ich durchaus nicht, was Sie eigentlich mit der originellen Bezeichnung „an einen Affen glauben“ zu meinen belieben. Ich glaube, man täte gut daran, die Religionsgeschichte mit neu erfundenen Kultusformen nicht zu bereichern. Bezüglich der Ihnen widerfahrenen Kränkung aber würde ich es für ratsam erachten, die Sache vors Gericht zu bringen. Im übrigen täten Sie vielleicht gut daran, — Ihre Stellung in unserm Gymnasium aufzugeben. Das wäre der beste Ausweg, — sowohl in Ihrem eigenen Interesse als in dem des Gymnasiums.“
„Ich will Inspektor werden,“ entgegnete Peredonoff böse.
„Bis zu jenem Zeitpunkte aber,“ fuhr Chripatsch fort, „haben Sie Ihre merkwürdigen Spaziergänge einzustellen. Sie müssen doch zugeben, daß ein solches Betragen einem Pädagogen nicht geziemt, außerdem aber die Autorität der Lehrer bei den Schülern untergräbt. In die Schülerwohnungen gehn, um die Jungen zu prügeln, — das ...“
Chripatsch beendete den Satz nicht. Er zuckte nur mit den Schultern.
„Was ist denn dabei?“ entgegnete Peredonoff wiederum, „ich tue es doch zu ihrem Besten.“
„Ich bitte, wir wollen nicht streiten,“ unterbrach ihn Chripatsch schroff, „ich verlange von Ihnen ein für allemal, daß solche Sachen sich nicht wiederholen.“
Peredonoff blickte den Direktor böse an.
Man hatte beschlossen, heute abend den Umzug in die neue Wohnung festlich zu feiern. Alle Bekannten waren geladen. Peredonoff ging durch die Zimmer und sah nach, ob alles in Ordnung war, vor allem aber, ob nirgend Dinge wären, deretwegen man ihn hätte denunzieren können.