Diese betrachtete den Hut von allen Seiten, murmelte geheimnisvolle, düstere Worte, spuckte kräftig und sagte:
„Sie haben dir Uebles getan, so sollst du ihnen auch Uebles antun. Ein mächtiger Zauberer hat gehext, aber ich bin schlauer, — und will seine Kraft zähmen, daß er sich krümmen soll.“
Dann besprach sie lange den Hut und nachdem sie ein schönes Geldgeschenk von der Jerschowa erhalten hatte, befahl sie ihr, den Hut dem ersten rothaarigen Jungen, den sie treffen würde, mit der Weisung zu übergeben, ihn in Peredonoffs Wohnung abzuliefern und dann ohne sich umzusehn davonzulaufen.
Es traf sich so, daß der erste rothaarige Junge, den die Jerschowa traf, einer der beiden Schlossersöhne war, die etwas gegen Peredonoff im Schilde führten, weil er sie seinerzeit angegeben hatte. Der Junge erhielt einen Fünfer und machte sich ein Vergnügen daraus, dem Auftrage nicht nur gewissenhaft nachzukommen, sondern auch zum Ueberflusse unterwegs den Hut gehörig vollzuspucken. Im dunklen Vorhause bei Peredonoff traf er Warwara; er steckte ihr den Hut zu und lief so geschwind davon, daß sie ihn nicht erkennen konnte.
Während nun Peredonoff gerade dem letzten Buben die Augen ausstach, trat Warwara erstaunt und erschreckt ins Zimmer, und sagte mit vor Aufregung zitternder Stimme:
„Ardalljon Borisowitsch, sieh nur, was ich habe!“
Peredonoff blickte auf und das Wort erstarb ihm auf den Lippen. Denselben Hut, den er glaubte für immer losgeworden zu sein, sah er in Warwaras Händen, — bestaubt, verknüllt und in einem Zustande, der seine frühere Herrlichkeit nur ahnen ließ. Starr vor Entsetzen konnte er nur stammeln:
„Woher? woher?“
Warwara erzählte mit zitternder Stimme, wie sie den Hut von einem flinken Jungen erhalten hatte, der plötzlich vor ihr aufgetaucht war, um dann ebenso plötzlich zu verschwinden. Sie sagte:
„Das kann nur von der Jerschowa stammen. Sie hat den Hut besprechen lassen. Bestimmt!“