„Ich weiß eine Neuigkeit, etwas sehr Wichtiges.“
„Was für eine Neuigkeit? Wir werden uns freuen, näheres darüber zu erfahren,“ sagte die Werschina, und Martha beneidete sie im stillen um die vielen Worte, die sie gefunden hatte, um die einfache Frage: was denn? zu verkleiden.
„Raten Sie,“ sagte Peredonoff düster, triumphierend.
„Wie soll ich es erraten,“ antwortete die Werschina. „Sagen Sie es einfach, und wir werden Ihre Neuigkeit wissen.“
Peredonoff war es unangenehm, daß man nicht raten wollte. Er schwieg und saß stumpf und schwerfällig da, in ungeschickter Haltung, und blickte starr vor sich nieder. Die Werschina rauchte und lächelte schief, dabei bleckte sie ihre gelben Zähne.
„Warum sollten wir Ihre Neuigkeit erraten,“ sagte sie nach kurzem Stillschweigen, „ich werde Ihnen lieber aus den Karten wahrsagen. Martha, holen Sie geschwind die Karten.“
Martha erhob sich, aber Peredonoff hielt sie böse zurück.
„Bleiben Sie sitzen. Es ist nicht nötig. Ich will nicht. Wahrsagen Sie sich selber und lassen Sie mich in Ruh’. Auf Ihren Leisten werden Sie mich doch nicht umschlagen. Na — ich werde Ihnen eine Sache zeigen! Sie werden die Mäuler aufsperren.“
Peredonoff nahm rasch aus seiner Rocktasche seine Brieftasche, holte Brief und Umschlag hervor und zeigte beides der Werschina ohne es aus der Hand zu geben.
„Sehen Sie,“ sagte er, „hier ist das Kuvert. Und das ist der Brief.“