„Diesbezüglich haben wir keinerlei Vorschriften,“ antwortete der Schutzmann ausweichend.
„Wirklich nicht?“ fragte Peredonoff eindringlich und seine Stimme klang traurig.
„Nein, Euer Hochwohlgeboren. Soll heißen, es ist nicht befohlen, Herrschaften, welche rauchen, aufzuhalten, und daß eine diesbezügliche Vorschrift erlassen wäre, ist mir unbekannt.“
„Falls dem so ist, laß ich es lieber bleiben,“ sagte Peredonoff unterwürfig. „Ich bin durchaus politisch unverdächtig. Ich werfe sogar die Zigarette fort. Ich bin nämlich Staatsrat.“
Peredonoff zerknitterte die Zigarette, warf sie fort und in der Befürchtung, er hätte vielleicht doch ein überflüssiges Wort gesagt, ging er schnell nach Hause. Der Schutzmann blickte ihm kopfschüttelnd nach, endlich kam er zu der Ueberzeugung, der Herr hätte wohl eins über den Durst getrunken; dabei beruhigte er sich und knackte wieder friedlich an seinen Sonnenblumensamen.
„Die Straße hat sich auf den Kopf gestellt,“ murmelte Peredonoff.
Die Straße führte bergan auf einen kleinen Hügel, dann senkte sie sich wieder und diese Biegung der Straße zwischen zwei kleinen Hütten zeichnete sich scharf ab vom blauen, traurigen Abendhimmel. Es war ein Armeleuteviertel, das in sich versunken schien, traurig und ganz ohne Hoffnung.
Die Aeste der Bäume hingen tief über die Zäune, drohend und spöttisch. An einem Kreuzweg stand ein Ziegenbock und stierte stumpf auf Peredonoff.
Plötzlich erschallte hinter einer Straßenecke Wolodins meckerndes Gelächter, er trat vor, um Peredonoff zu begrüßen. Dieser blickte ihn düster an und dachte an den Bock, der eben noch da gestanden und plötzlich verschwunden war.
„Natürlich verwandelt sich Wolodin in einen Bock,“ dachte er. — „Woher sonst die Aehnlichkeit, und außerdem kann man nicht unterscheiden, ob er meckert oder lacht.“