Zu Hause wurde Peredonoff mit einer wichtigen Neuigkeit erwartet. Schon im Vorhause merkte man, daß etwas Außergewöhnliches vorgefallen war, — denn in den Zimmern hörte man ein Hin und Her und erschreckte Ausrufe. Peredonoff glaubte, das Essen wäre noch nicht gerichtet: man hätte ihn kommen sehn, wäre erschrocken über die Verzögerung und beeilte sich nun. Es berührte ihn angenehm, daß man sich vor ihm fürchtete. Es erwies sich aber, daß etwas anderes geschehen war. Warwara kam in das Vorhaus gelaufen und schrie:

„Der Kater ist wieder da!“

Vor lauter Schrecken hatte sie Wolodin nicht gleich bemerkt. Sie war wie gewöhnlich unordentlich gekleidet: — eine fleckige Bluse über einem grauen, unsauberen Rock, breitgetretene Pantoffeln an den bloßen Füßen; das Haar zerzaust und schlecht gekämmt. Aufgeregt erzählte sie:

„Oh diese Irischka! Aus purer Bosheit hat sie das getan. Wieder kam irgend ein Knabe gelaufen und warf den Kater mitten ins Zimmer, und der Kater hat Schellen am Schwanz, — die bimmeln und lärmen. Jetzt ist er unter dem Sofa und will nicht heraus.“

Peredonoff zitterte.

„Was soll man da tun?“ fragte er.

„Helfen Sie, Pawel Wassiljewitsch,“ bat Warwara, „stochern Sie ihn unter dem Sofa heraus.“

„Wird besorgt, wird besorgt,“ kicherte Wolodin und ging in den Saal.

Der Kater wurde irgendwie hervorgezerrt und man nahm ihm die Schellen vom Schwanz. Peredonoff suchte nach Kletten und machte sich daran den Kater damit zu bewerfen. Dieser fauchte wütend und lief in die Küche.

Peredonoff war müde geworden von der Spielerei mit dem Kater und setzte sich in den Sessel, wie er es gewöhnlich zu tun pflegte: die Ellbogen auf die Armlehnen gestützt, die Hände gefaltet, die Beine übereinander geschlagen, das Gesicht verdrießlich und unbeweglich.