Das ewige Mysterium der Verwandlung gewöhnlichen Weines und Brotes zu einer Kraft, welche die Fesseln des Todes bricht, war ihm für immer verschlossen. Eine wandelnde Leiche! Eine unsinnige Verquickung seines Unglaubens an einen lebendigen Gott und an den Sohn mit seinem Glauben an die Zauberei!

Man ging aus der Kirche. Der Dorfschullehrer Matschigin, ein einfältiger, junger Mann, stand neben einigen jungen Mädchen, lächelte und plauderte flott. Peredonoff überlegte, daß es unpassend wäre, wie sich dieser junge Mann in Gegenwart des künftigen Inspektors gehen ließe. Matschigin trug einen Strohhut. Aber Peredonoff erinnerte sich, ihn einmal im Sommer vor der Stadt gesehen zu haben, und damals hatte er eine Dienstmütze mit der Kokarde getragen. Peredonoff beschloß, dies zur Anzeige zu bringen. Die Gelegenheit war günstig, denn auch der Inspektor Bogdanoff war anwesend. Peredonoff trat auf ihn zu und sagte:

„Ihr Matschigin da trägt eine Dienstmütze mit der Kokarde. Er will den Herren spielen.“

Bogdanoff erschrak, zitterte und sein graues Bärtchen erbebte.

„Das darf er nicht, er hat kein Recht es zu tun,“ sagte er bekümmert und zwinkerte mit den roten Aeuglein.

„Freilich hat er kein Recht dazu, und doch tut er’s,“ beklagte sich Peredonoff. „Man muß sie stramm halten, ich hab es Ihnen längst gesagt. Jeder klotzfüßige Bauer könnte sonst die Kokarde anlegen, und was sollte dabei herauskommen.“

Bogdanoff, dem Peredonoff schon früher einen Schreck eingejagt hatte, kam ganz aus der Fassung.

„Wie untersteht er sich nur!“ sagte er weinerlich. „Ich werde ihn sofort zitieren, sofort, und werde es ihm auf das Strengste verbieten.“

Er verabschiedete sich von Peredonoff und lief eingeschüchtert nach Hause.

Wolodin ging neben Peredonoff und sagte mit vorwurfsvoll meckernder Stimme: