Noch am selben Tage ließ Bogdanoff Matschigin kommen. Bevor Matschigin in das Haus des Inspektors trat, blieb er auf der Straße stehen, den Rücken zur Sonne gekehrt und versuchte mit den fünf Fingern das Haar zu glätten, den eignen Schatten gewissermaßen als Spiegel benutzend.
„Junger Mann, was fällt Ihnen ein? Was tun Sie da für Sachen?“ legte Bogdanoff los.
„Worum handelt es sich, wenn ich fragen darf,“ fragte Matschigin zuvorkommend, drehte den Strohhut zwischen den Fingern und wippte mit dem linken Bein.
Bogdanoff forderte ihn nicht auf Platz zu nehmen, denn er hatte die Absicht, ihn gehörig vorzunehmen.
„Was ist das nur, was ist das nur, junger Mann, Sie tragen eine Kokarde? Wie konnten Sie nur den Diensteid schwören? Was?“ fragte er, sich zu einem strengen Ton zwingend und das graue Bärtchen böse schüttelnd.
Matschigin wurde rot, antwortete aber keck:
„Was ist denn dabei? Habe ich nicht das Recht, es zu tun?“
„Sind Sie denn ein Beamter? Was? Ein Beamter?“ ereiferte sich Bogdanoff. „Ein schöner Beamter — das! Was? Der Abc-Registrator! Was?“
„Es ist das Abzeichen meines Lehrerberufs,“ sagte Matschigin keck und lächelte plötzlich süß, weil ihm die Bedeutung seines Lehrerberufs zum Bewußtsein kam.
„Nehmen Sie ein Stöckchen in die Hand, ein Stöckchen; da haben Sie ein Abzeichen Ihres Berufs,“ riet ihm Bogdanoff und schüttelte mißbilligend den Kopf.