„Aber das geht doch nicht, Sergeji Potapjitsch,“ sagte Matschigin mit gekränkter Stimme, „was ist denn ein Stöckchen! Jedermann kann ein Stöckchen tragen, die Kokarde aber fördert das Prestige.“
„Was für ein Prestige, was? Was meinen Sie eigentlich? Was für ein Prestige?“ wetterte Bogdanoff, „wozu brauchen Sie ein Prestige, was? Sind Sie etwa jemandes Vorgesetzter?“
„Aber ich bitte Sie, Sergeji Potapjitsch,“ bewies Matschigin eindringlich, „bei der Dorfbevölkerung, die doch nur geringe Kultur besitzt, bedeutet das eine unbedingte Zunahme der Hochachtung, — in diesem Jahr grüßten sie alle viel tiefer.“
Matschigin streichelte selbstgefällig sein rothaariges Schnurrbärtchen.
„Es geht nicht, junger Mann, es geht ganz und gar nicht,“ sagte Bogdanoff wehmütig und schüttelte den Kopf.
„Erlauben Sie doch, Sergeji Potapjitsch, ein Lehrer ohne Kokarde ist dasselbe wie der britische Löwe ohne Schwanz,“ versicherte Matschigin; „einfach eine Karikatur.“
„Was tut denn der Schwanz zur Sache? Was? Was soll das mit dem Schwanz? Was?“ redete Bogdanoff aufgeregt. „Die Politik gehört nicht hierher, was! Ist es Ihre Sache, sich um Politik zu kümmern? Was! Um Gotteswillen, junger Mann, tun Sie mir den Gefallen und legen Sie die Kokarde ab. Es geht einfach nicht. Es geht nicht. Gott verhüte es, daß jemand davon erfährt.“
Matschigin zuckte die Schultern, er wollte noch etwas antworten, aber Bogdanoff ließ ihn nicht zu Worte kommen, — denn seiner Ansicht nach war ihm etwas Glänzendes eingefallen.
„Sehen Sie mal, zu mir sind Sie doch ohne Kokarde gekommen, — was! — ohne Kokarde. Sie fühlten also selber, daß es sich nicht schickt.“
Matschigin war um eine Antwort verlegen, fand sich aber schnell und sagte: