„Da wir Dorfschullehrer sind, so bedürfen wir auch eines Privilegiums für das Dorf, in der Stadt zählen wir sowieso zur Intelligenz.“

„Nein, junger Mann, es geht nicht; daß Sie es wissen!“ sagte Bogdanoff ärgerlich. „Es geht nicht, und wenn ich noch einmal davon höre, so sind Sie entlassen.“

Die Gruschina veranstaltete von Zeit zu Zeit kleine Abendunterhaltungen für junge Leute. Mit der Zeit hoffte sie sich einen Mann zu angeln. Aus Anstandsrücksichten lud sie auch ihre verheirateten Bekannten ein.

Ein solcher Abend wurde heute veranstaltet und die Gäste waren schon früh erschienen.

Im Gastzimmer der Gruschina hingen einige Bilder an den Wänden, die mit einem undurchsichtigen Mullstoff dicht verhängt waren. Uebrigens waren es keineswegs unanständige Bilder. Wenn die Gruschina mit einem verschlagenen, lüsternen Lächeln die leichten Vorhänge lüftete, konnten die Gäste nackte Weiber bewundern, die zum Ueberfluß noch schlecht gezeichnet waren.

„Was gibt es da zu sehen, — ein verwachsenes Weib,“ sagte Peredonoff verdrießlich.

„Absolut nicht verwachsen,“ verteidigte die Gruschina das Bild, „sie nimmt so eine Stellung ein.“

„Sie ist verwachsen,“ wiederholte Peredonoff. „Außerdem hat sie schielende Augen, ganz so wie Sie.“

„Sie verstehen nichts von der Kunst!“ sagte die Gruschina gekränkt; „es sind ausgezeichnet teure Gemälde. Die Künstler malen das mit Vorliebe.“

Peredonoff lachte laut auf: es war ihm eingefallen, was für einen Rat er Wladja in diesen Tagen gegeben hatte.