Er fürchtete sich nicht, denn er ging mit Warwara und nicht allein.

Bald darauf fing es an zu regnen, ein feiner, rascher, anhaltender Regen. Alles war still geworden, und nur der Regen murmelte irgend etwas, zudringlich und schnell, als verschlucke er sich daran, — undeutliche, traurige und langweilige Sachen.

Peredonoff fühlte in der Natur die Spiegelung seiner eignen Traurigkeit, seiner Furcht, unter der Larve ihrer Feindseligkeit zu ihm, aber für jenes innere Leben der ganzen Natur, das einer äußerlichen Bestimmung nicht unterliegen kann, für jenes Leben, das allein imstande ist, eine tiefe, unantastbare, aufrichtige Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und der Natur herzustellen, für dieses Leben hatte er kein Gefühl. Darum erschien ihm auch die Natur ganz durchdrungen von kleinlichen, menschlichen Gefühlen. Verblendet durch Selbsttäuschungen, durch seine verschlossene Lebensführung, hatte er kein Verständnis für das dionysische, elementare Entzücken, das sich an der Natur berauscht, sie einsaugt. Er war blind und jämmerlich, wie es viele von uns sind.

XXIII

Das Ehepaar Prepolowenskji hatte es auf sich genommen, die Hochzeitsfeierlichkeiten auszurichten. Die Trauung sollte in einem Dorfe stattfinden, das etwa 6 Werst vor der Stadt lag: denn für Warwara mußte es peinlich sein, sich in der Stadt trauen zu lassen, nachdem sie schon so viele Jahre mit Peredonoff zusammengelebt hatte, unter dem Vorwand, sie wäre seine Kousine. Der Tag der Trauung wurde geheim gehalten: die Prepolowenskjis hatten das Gerücht verbreitet, die Trauung würde am Freitag stattfinden; in der Tat aber sollten die beiden am Mittwoch im Laufe des Tages getraut werden. Man hatte das getan, damit die neugierigen Städter nicht hinauskämen. Warwara schärfte es Peredonoff immer wieder ein:

„Versprich dich nicht, Ardalljon Borisowitsch, wegen der Trauung, sonst kommen sie noch und werden die Feier stören.“

Das zu den Feierlichkeiten erforderliche Geld gab Peredonoff nur widerwillig und sich über Warwara lustig machend. Bisweilen holte er seinen Stock, dessen Griff die geballte Faust darstellte und sagte zu Warwara: