Im Frisiersalon wünschte Peredonoff den Inhaber selber zu sprechen. Es war ein junger Mensch, der vor kurzem die städtische Schule absolviert hatte und oft Bücher aus der Volksbibliothek lieh. Er war gerade dabei, einem Gutsbesitzer, den Peredonoff nicht kannte, das Haar zu schneiden. Als er mit seiner Arbeit fertig war, trat er an Peredonoff heran.

„Laß ihn erst gehen!“ sagte Peredonoff böse.

Der Gutsbesitzer zahlte und ging.

Peredonoff setzte sich vor den Spiegel.

„Haarschneiden und frisieren,“ sagte er. „Ich habe heute eine wichtige Sache vor, eine besonders wichtige, — und darum sollst du mich spanisch frisieren.“

Der Lehrjunge, er stand an der Tür, platzte aus. Der Meister blickte ihn streng an. Er hatte noch nie Gelegenheit gehabt, spanisch zu frisieren und er wußte auch nicht, was eine spanische Friseur sei, ob es die überhaupt gäbe. Wenn der Herr es aber verlangte, so mußte man annehmen, daß er weiß, was er will. Der junge Friseur wollte seine Unbildung nicht verraten. Er sagte höflich:

„Bei Ihrem Haarwuchs, mein Herr, ist das unmöglich.“

„Warum ist es unmöglich?“ fragte Peredonoff beleidigt.

„Ihre Haare haben eine schlechte Nährung,“ erklärte der Friseur.

„Soll ich sie etwa mit Bier begießen?“ brummte Peredonoff.