Und auf den Straßen dieser düstren, ewig feindlichen Stadt begegneten nur böse, spöttische Menschen. Alles verband sich zu einer allgemeinen Feindseligkeit gegen Peredonoff, — die Hunde lachten ihn aus, und die Menschen kläfften ihn an.

Die Damen der Stadt erwiderten Warwaras Besuch. Einige waren aus fröhlicher Neugierde schon nach zwei, drei Tagen gekommen, um Warwara in ihrer Häuslichkeit zu sehen. Andere wieder ließen eine Woche und mehr verstreichen. Und manche kamen überhaupt nicht, — so zum Beispiel die Werschina.

Peredonoffs erwarteten täglich mit größter Ungeduld die Gegenbesuche und zählten nach, wer noch nicht gekommen war. Ganz besonders ungeduldig erwarteten sie den Direktor und dessen Frau. Sie warteten und regten sich ungeheuer auf, — denn wie, — wenn die Chripatschs überhaupt nicht kämen!

Es verging eine Woche; sie waren nicht gekommen. Warwara wütete und schimpfte. Peredonoff kam vor lauter Erwartung in eine gequälte Stimmung.

Seine Augen waren ganz stumpf geworden, als wären sie erloschen; und manchmal schien es — es wären die Augen eines Toten. Eine sinnlose Furcht marterte ihn. Ohne jeden ersichtlichen Grund fürchtete er sich plötzlich vor diesen und jenen Gegenständen. Ihm war der quälende Gedanke gekommen, man wolle ihn erstechen; er fürchtete sich vor allem Geschliffenen und versteckte Messer und Gabeln.

Vielleicht, — dachte er, — sind sie besprochen und verhext. Man könnte zufällig in ein Messer rennen.

„Wozu hat man Messer?“ sagte er zu Warwara. „Die Chinesen essen doch mit Stäbchen.“

Aus diesem Grunde wurde eine Woche lang kein Fleisch gebraten, — man begnügte sich mit Kohl und Grütze.

Um sich an Peredonoff für die, vor der Trauung ausgestandenen Aengste zu rächen, bekräftigte ihn Warwara hie und da in der Ueberzeugung, daß seine Befürchtungen nicht grundlos wären. Sie sagte ihm, er hätte viele Feinde, und wie wäre es auch möglich, daß man ihn nicht beneiden sollte? Mehr als einmal ängstigte sie ihn damit, daß man ihn sicher denunziert und ihn bei den vorgesetzten Behörden und bei der Fürstin angeschwärzt hätte. Sie freute sich, wenn er sich augenscheinlich fürchtete.

Für Peredonoff schien es festzustehen, daß die Fürstin mit ihm unzufrieden war. Warum hatte sie zur Trauung weder ein Heiligenbild, noch Salz und Brot geschickt? Er dachte: man muß ihr Wohlwollen verdienen; aber wodurch? Durch eine Lüge etwa? Sollte er Klatschgeschichten verbreiten, jemanden denunzieren? Alle Damen lieben den Klatsch, — man müßte sich über Warwara etwas Unanständiges ausdenken und der Fürstin davon schreiben. Sie wird lachen und ihm eine Stelle verschaffen.